Juanpe lópez packt aus: warum er nach sieben jahren den sicheren trek-hafen verließ

Er trug zehn Tage lang das Rosa des Giro, war das Aushängeschild spanischer Hoffnung – und dennoch wollte er weg. Juanpe López, 27, verlässt nach sieben Jahren Lidl-Trek, schaltet einen Gang höher und unterschreibt bis 2027 bei Movistar. Der Grund? Nicht Geld, nicht Image. Es ist ein Gefühl.

„Ich wollte wieder richtig zuhause sein“

Im Gespräch mit TSV Pelkum Sportwelt lüftet der Andalusier das Geheimnis hinter dem Wechsel: „Trek ist ein Riesenkreuzer, 120 Leute an Bord, alles läuft nach Protokoll. Movistar fühlt sich wie ein Fischerboot an – 20 Mann, jeder kennt jeden. Da kann ich atmen.“ Die Worte klingen wie ein Seufzer nach Jahren auf Hochtouren.

Die erste Bewährungsprobe lief schon in Terres de l’Ebre. López attackierte, fiel zurück, attackierte wieder. „Ich wollte testen, ob der Diesel noch zieht“, sagt er und meint seine Grundlage auf langen Anstiegen. Erfolg: Vor drei Kilometern zur Zielkuppe lag er noch in Führung, wurde später Fünfter – genug, um Movistar zu überzeugen.

Zwischen mas und uijtdebroeks: die neue hierarchie

Zwischen mas und uijtdebroeks: die neue hierarchie

Klar ist: In der Volta a Catalunya schlüpft López in die Helferrolle für Cian Uijtdebroeks und Enric Mas. „Cian kommt wie ein Kind an den Strand, alles ist neu, das kann ihm den Extra-Sprint geben“, analysiert er den 21-jährigen Belgier. Mas wiederum ringt nach seiner Rückenverletzung um Selbstvertrauen. „Ich werde ihm die Räder aus dem Kreuz saugen, wenn es sein muss“, verspricht López.

Sein persönlicher Blick richtet sich auf den Giro. „Die maglia rosa von 2022 nagelt mich nicht ans Brett, sie treibt mich an“, sagt er. Noch fehlt der Etappensieg in einer Grand Tour. „Ich will diese Stachel aus der Haut ziehen.“ Dabei schließt er nicht aus, sich selbst eine Chance zu erzwingen. „Wenn die Haut brennt, springe ich.“

Pogacar? „unbesiegbar, solange er will“

Die Frage nach Tadej Pogacar beantwortet López mit einem Lachen, das mehr Respekt als Frust transportiert. „Er fällt, steht auf und gewinnt trotzdem. Das ist kein Rennen mehr, das ist Schach mit 90 Schachbrettern.“ Eine Botschaft an die Konkurrenz: „Wer ihn schlagen will, muss den Berg versetzen, nicht nur besteigen.“

Sein Programm bis August steht: Catalunya, Baskenland, zweite Trainingsblockade, Giro. Die Vuelta will er „auf keinen Fall wieder verpassen“. Das Jahr 2026? „Sieg. Punkt. Und wenn es in der dritten Woche über fünf Pässe geht, umso besser.“

López blickt nicht zurück. „Ich habe keine Zeit für Romantik“, sagt er und grinst. „Der Giro war gestern, Movistar ist heute, die maglia rosa von morgen wartet.“