Spanien schreibt geschichte: 13 jahre nach südafrika erobern die frauen den himmel
Johannesburg 2010, Sydney 2023 – zwei Sommer, zwei Sterne, eine Nation im Wahn. Joan Capdevila war damals der unauffällige Held auf links, Ivana Andrés 13 Jahre später die Kommandeurin in der Abwehrzentrale. Zwischen ihren Triumpfen liegen nur 4745 Tage, doch die Spanier sind dieselben geblieben: Fußball verrückt, bis zum letzten Atemzug.
Der katalane, der niemals blinkte
Er kam als Reservist, ging als Legende. Joan Capdevila lief in Südafrika in allen sieben K.o.-Spielen durch, verlor kein einziges Zweikampf-Duell im Mittelfeld und blockte gegen Deutschland den entscheidenden Schuss von Sami Khedira. Als Andrés Iniesta in der 116. Minute traf, kniete Capdevila mitten auf dem Rasen – und weinte. „Für zwei Tage haben die Leute ihre Sorgen vergessen“, sagte er später bei den MARCA-ADN-Awards. Keine Show, nur Ehrlichkeit.
Die Pleite gegen die Schweiz war der Funke. Danach riss die Maschine nicht mehr ab. 1:0 gegen Portugal, 1:0 gegen Paraguay, 1:0 gegen Deutschland – die Serie war so absurd wie perfekt. Capdevila spielte jeden Ball einfach weiter, als wäre der Lärm von 84 490 Menschen nur ein leises Rauschen. Am Ende trug er den Pokal in die Kabine – und verschwand, ohne ein Selfie zu machen.

Ivana andrés und der tag, an dem sydney erbebte
Fast eine Dekade später stand Ivana Andrés in Sydney vor der gleichen Aufgabe: ein Land wecken. Die Verteidigerin war nicht immer in der Startelf, aber ihre Stimme hallte durch jeden Bus, jedes Training, jeden Hotelgang. Als Olga Carmona in der 29. Minute traf, warf Ivana sich vor den Fernseher im Mixed Zone, schrie nur: „¡Vamos!“
Jennifer Hermoso verschoss den Elfmeter, Mary Earps parierte – und trotzdem hielt Spanien dagegen. Ivana klärte in der 88. Minute per Kopf, in der 90. Minute mit der Hacke. Als der Schiri abpfiff, knallte sie ihre Kapitänsbinde in die Höhe. „Ich habe noch kein Wort gefunden, was wir erlebt haben“, sagte sie bei der Gala. Kein Wort nötig – der Pokar sprach lauter.

Movistar legt nach: 2030 in sicht
Während die Spieler noch feiern, schmiedet der Verband schon die nächste Attacke. Movistar wird bis 2030 offizieller Partner der RFEF – und damit des größten sportlichen Projekts des Landes. WM 2026 in den USA, Frauen-WM 2027, EM 2028, eigene WM 2030 – Spanien will nicht mehr nur dabei sein, sondern dominieren.
„Wir wollen die beste digitale Heimat für die Fans schaffen“, erklärt Marc Murtra, Chef von Telefónica. „Und das bedeutet: live, in 4K, mit Spanien auf Platz eins.“ Rafael Louzán, Präsident der RFEF, fügt hinzu: „Dies ist kein Sponsoring, es ist eine Allianz, die die Marke Spanien weltweit trägt.“
Am 15. Juni geht es los. Die zweite Stern-Jagd beginnt in den USA. Und diesmal wollen nicht nur Männer oder Frauen gewinnen – sondern ganz Spanien.
