Jung, wild, brandenburgisch: berliner wm-fahrer im fokus
Die Welt blickt auf Nordamerika – und Berlin atmet mit. Vom 11. Juni bis 19. Juli rollt die erste 48-Teams-WM der Geschichte, und der rbb zählt auf: Mindestens elf Akteure plus ein einzelner Referee tragen Berliner oder Brandenburger Erbe in die Endrunde. Für Antonio Rüdiger zum Beispiel ist es die fünfte Großtournee, für Ibrahim Maza die Premierenfahrt, und für Felix Zwayer die Ein-Mann-Mission des deutschen Schiedsrichterkorps.
Deutschland: beier und rüdiger im kontrast
Maximilian Beier lernte noch beim ESV Kirchmöser dribbeln, heute soll er in den USA den Gegner aus dem Konzept bringen. Als Joker gegen USA (2:1) und Finnland (4:0) zeigte der 23-jährige Dortmunder, warum Julian Nagelsmann ihn mitnimmt: Tempo, Tiefe, Unberechenbarkeit.
Anders Antonio Rüdiger. Der Neuköllner ist Kaderprimus, aber nicht mehr automatisch erste Wahl. Hinter Tah und Schlotterbeck muss der Real-Verteidiger zunächst auf der Bank Platz nehmen – seine Erfahrung bleibt trotzdem Gold wert.

Rani khedira trifft auf alte bekannte
Bei Tunesien wird der Sechser des 1. FC Union zum Anführer. Gegner Niederlande, Schweden und Japan kennen Khediras Ballstafette aus der Bundesliga. Sein Wechsel vom DFB-Reservisten zum tunesischen Vize-Kapitän ist die persönliche Turnierstory schlechthin.

Maza, aaronson und der berlin-dresch
Ibrahim Maza verließ Hertha vor zwölf Monaten, weil Leverkusen ihn höher schrauben konnte. 44 Pflichtspiele später, darunter zwölf Champions-League-Einsätze, ist der 20-Jährige Motor der algerischen Mittelfeldmaschine. Gegner Argentinien, Österreich und Jordanien werden die Berliner Schnelligkeit zu spüren bekommen.
Brenden Aaronson lief zuletzt für Union Berlin auf, doch die Leihe blieb blass. In Leeds reichte es dennoch für vier Tore und fünf Vorlagen – Grund genug für die USA, ihn im eigenen Land einzusetzen.

Brasilien und bosnien: hertha-dna im kader
Matheus Cunha trägt mittlerweile das Trikot von Manchester United, doch die Hertha-Vergangenheit klebt. Brasilien trifft in der Vorrunde auf Haiti, Marokko und Schottland – Cunhas Dribbling gegen schottische Hintermannschaften könnte schon in der Gruppenphase Highlights liefern.
Haris Tabaković schoss Bosnien ins Turnier. Sein 1:1 in der Verlängerung gegen Italien plus verwandelter Elfmeter schrieben Playoff-Geschichte. Nun will der Hoffenheimer Stürmer gegen Kanada, die Schweiz und Katar nachlegen. Mit im Kader: Ivan Šunjić, den Hertha einst des Platzes verwies – heute Champions-League-Routinier bei Pafos.

Norwegen reist mit union-trio
Julian Ryerson war 2019 noch Zweitliga-Aufsteiger mit Union, heute Leistungsträger bei Dortmund. 43 Länderspiele stehen, drei weitere Gruppenspiele winken in Frankreich, Senegal und Irak. Begleitet wird er von Morten Thorsby und Fredrik Bjørkan, beide ebenfalls Berlin-Spuren aufweisend.

Felix zwayer fliegt solo
Ein Hauch Berlin begleitet auch die Unparteiischen. Felix Zwayer ist FIFA-Nominierung Nummer eins aus Deutschland. Assistenten Robert Kempter und Christian Dietz sowie Video-Kollege Bastian Dankert runden das Trio ab. Daniel Siebert, 2022 noch im Einsatz, muss zuhause bleiben.
Die WM 2026 wird größer, lauter, schneller – und ein kleines Stück Berlinisch.
