Spanien schaltet nach cabo-verde-pleite auf sieg-turbo
Ein müder Haufen, null Tore, ein 0:0 gegen Cabo Verde. Jetzt muss Spanien gegen Saudi-Arabien liefern – oder in der Gruppenphase schon zittern. Luis de la Fuente hat angekündigt, dass er fast jede Position neu besetzt. Die erste echte Schicksalsstunde der WM steht bevor.
Das problem auf rechts: viel lärm, wenig wirkung
Ferran Torres und Marcos Llorente liefen gegen Cabo Verde ständig an, kamen aber nie durch. Kein Dribbling, keine Flanke, kein Abschluss. De la Fuente hat die Schnauze voll und schickt jetzt Pedro Porro und Lamine Yamal in die Bresche. Yamal selbst räumte bei TVE ein: „Ich halte keine 90 Minuten durch.“ Er wird wohl 50–60 Minuten gehen, aber diese Minuten können reichen, weil Porro ihn kennt – sie zerlegten gemeinsam Bulgarien (3:0) und Türkei (6:0). Die linke saudische Seite ist lädiert, die Chance auf frühen Jubel ist real.

Mikel oyarzabal sucht sich selbst – und wir suchen ihn
25 Länderspieltore, doch gegen Cabo Verde keine Ballberührung in der ersten halben Stunde. Das ist kein Zufall. Die Inselverteidigung schaltete den Real-Torjäger komplett aus. Ohne Oyarzabal fällt Spanien die Letztverteidigung weg, das Pressing verliert seinen Referenzpunkt. De la Fuente muss ihn wieder sichtbar machen, sonst bleibt die 289-minütige WM-Torflaute bestehen.

Raum für dani olmo und die wilde dreier-konstellation
Dani Olmo bekam gegen Cabo Verde nur zehn Minuten, seine Quote für einen Startelfeinsatz steigt rasant. Offen ist nur: Wo platziert man ihn? Als halblinks gestaffelter Acht neben Pedri und Rodri würde das Mittelfeld plötzlich spielerisch, aber weniger robust. Gavi rückt dann raus, Cucurella gewinnt wieder Raum. Oder De la Fuente riskiert eine Dreier-Chain mit Pedri, Rodri und Olmo – und schmeißt links Yeremy oder Baena rein. Nur einmal probierte der Coach diese Variante: im Test gegen Andorra vor der EURO. Es lief, aber das war Andorra.

Eine bilanz, die brennt
Spanien ist seit 32 Pflichtspielen ungeschlagen – Rekord. Doch der WM-Trend ist gruselig: seit dem Finale 2010 nur drei Siege in zwölf Partien, gegen Australien, Iran und Costa Rica. Ein neuerliches Stolpern wäre kein Ausrutscher, sondern eine Tradition. Die Zahlen schreien, das Team muss antworten. Jetzt oder nie.
Die Nacht in Doha wird zeigen, ob die Furia Roja wirklich erwacht – oder ob Cabo Verde nur der erste Riss in der Fassade war.
