Sörloth kriegt einen in die weichteile – und der täter fliegt
Der Ball lief, die Kameras folgten dem Foul an Nahuel Molina, und keiner sah, was im Zentrum wirklich passierte. Alexander Sörloth bückte sich, riss die Augen auf und sackte kurz zusammen. Abdekabir Aqbar hatte sich verabschiedet – mit einem fiesen Kniff gegen den Norweger. 34 Minuten später saß der Verteidiger in der Kabine, Rot in der Tasche, weil der VAR auf Zuruf des Feldreferees doch noch hinsehen ließ.
Referee ahnte nichts – bilder lügen nicht
Miguel Ángel Ortiz Arias war voll auf Molinas Einzelaktion am Atlético-Eck fixiert. Erst der Rückblick offenbarte die Szene: Aqbar greift zu, Sörloth reagiert, packt den Arm des Angreifers und wirft ihn ab. Das nennt die Anleitung „Reaktion mit geringer Gewalt“ – Gelb. Die Initiation aber war Tätlichkeit, klarer Fall, entschied der Schiedsrichter nach Monitor-Konsultation. Alfonso Pérez Burull, früher Elite-Referee, kommentierte auf Radio Marca lapidar: „Richtige Rote, Punkt. Wer in die Intimzone kneift, fliegt.“
Atlético nutzte die numerische Überlegenheit nicht wirklich aus, brauchte aber auch nicht mehr. Nahuel Molina hatte schon nach acht Minuten mit einem sehenswerten Halbvolley den späten Abend eingeläutet, der 1:0-Sieg gegen Getafe war am Ende verdient. Die Werkself aus Madrid klettert auf Platz zwei, nur noch zwei Punkte hinter Real Barcelona.

Sörloth bleibt gesetzt – der gegner fehlt
Für Sörloth war es ein zwiespältiger Arbeitstag: gezwickt, verwarnt, aber unverletzt. Der 28-Jährige behielt die Ruhe, erzielte keine Torchance, lief aber 56 intensive Minuten als target man und bereitete zwei Halbchancen vor. Trainer Diego Simeone wird ihn am Sonntag in Valencia wieder auflaufen lassen – Aqbar muss dagegen zuschauen, Sperre voraussichtlich bis Anfang April.
Die Liga hat die Uno-Karte bestätigt, eine Reaktion des Klubs steht noch aus. Für Getafe fehlt nun ein Akteur mehr in einer ohnehin defensiv gebeutelten Saison – und die Konkurrenz im Tabellenkeller rückt näher. Die Moral der Geschichte: Wenn der Referee mal nicht schaut, schaut der Videoassistent. Und wenn der Arm des Gegners sich um mehr als nur ein Trikot schlingt, wird’s teuer.
