Snowboarder verspielen heim-traum in winterberg – italien sticht die dsv-teams aus
Winterberg hätte jubeln können. Stattdessen herrschte nur ein müdes Kopfschütteln. Im Parallel-Team-Finale der Saison 2025/26 schaffte kein einziges deutsches Duo den Sprung unter die letzten Vier, obwohl die Anlagen am Poppenberg sonst wie angegossen zu passen schienen. Die Italiener Aaron March und Lucia Dalmasso rissen sich den Sieg, die deutschen Hoffnungsträger blieben schon im Viertelfinale auf der Strecke liegen.
Prantl/hofmeister schenken sekunden-vorsprung her
Ole-Mikkel Prantl, am Samstag noch mit Rang sechs auf Karriere-Bestleistung, lieferte sich mit Gabriel Messner ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Er übergab an Ramona Hofmeister mit minimem Rückstand – ein Dreh- und Angelpunkt. Hofmeister spielte im Mittelstück ihre Routine aus, drehte auf, holte auf. 1,6 Sekunden betrug der neue Vorsprung, als sie ins Ziel-Tor einbog. Dann passierte das Unfassbare: ein Sturz an Tor drei, fast zum Stillstand. Die Führung war weg, mit ihr der Traum vom Heimsieg.
Die Szene wiederholte sich wie ein Déjà-vu. Vorjahressieger Stefan Baumeister und Mathilda Scheid hatten als zweitschnellstes Team die Quali dominiert, scheiterten aber im Achtelfinale an ihren Landsleuten Elias Huber und Melanie Hochreiter. Auch dieses deutsche Duell endete mit Fehlern auf dem schweren, sulzigen Schnee. Die Konsequenz: frühzeitiges Aus im Viertelfinale gegen die Schweizer Gian Casanova und Flurina Neva Baetschi.

Italiener profitieren von konstanz statt glanz
Während die DSV-Teams zwischen Höchst- und Tiefstleistung pendelten, fuhren March/Dalmasso saubere, kalkulierte Linien. Ihre Taktik: kein Risiko, dafür konstante 35-er Einfahrten. Die Titel-Hattrick-Chance für Deutschland war nach 17 Minuten K.o.-Betrieb geplatzt. Für Yannik Angenend und Aurelia Buccioni war das Saisonende noch früher besiegelt – Platz 17 in der Quali, keine Finalrunde.
Die Bilanz fällt ernüchternd aus: vier deutsche Teams, kein Halbfinale. Der Weltcup-Zirkus verabschiedet sich aus dem Sauerland, ohne dass die heimischen Flags wehen. Die Athleten müssen nun umso tiefer in die Sommer-Vorbereitung gehen, denn die nächste Chance auf Revanche kommt erst mit dem Saisonauftakt 2026/27 – und der findet nicht in Deutschland statt.
