Skandal um matthias große: interne dokumente entlarven lügen
Die Fassade bröckelt. Matthias Große, Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft, wetterte vor Journalisten gegen „Lügen“ – doch die Wahrheit kommt ausgerechnet aus seinem eigenen Verband. Ein internes Schreiben, datiert auf den 30. Oktober 2025, belegt: Athleten mussten 59,90 Euro für die Nationaltrikots zahlen. Genau das, was Große öffentlich als „dreckige Lüge“ bezeichnete.
Die e-mail, die alles zerstört
Frank Dittrich, Leistungssportreferent der DESG, schrieb an alle Weltcup-Kandidaten: „In Abstimmung mit dem Präsidium wurde festgelegt, dass für den Erhalt der neuen Einkleidung eine Eigenbeteiligung in Höhe von 59,90 Euro zu leisten ist.“ Kopie an Schatzmeisterin, Sportdirektorin – und an Claudia Pechstein, Großes Lebensgefährtin. Die Führung war informiert, die Führung handelte. Große kann sich nicht herausreden.
Die Rechnung ging wenige Tage nach Saisonbeginn raus, „sofort fällig“. Kein Wort von der angeblichen Rückgabe-Option, die Große auf seiner Pressekonferenz noch beschwor. 18 Athleten erhielten das Schreiben, mehrere bestätigten der ARD, dass der Kauf erwartet wurde. Wer nicht zahlte, riskierte Konsequenzen – wie Fridtjof Petzold, der einen Tag nach Großes Medienschelte sein Startverbot kassierte.

Vertragstext widerspricht präsidenten
Punkt 5.3.1. der Athletenvereinbarung klingt wie ein schlechter Scherz: „Die DESG legt die Bekleidung fest … und stellt sie kostenlos, sofern finanzierbar.“ Die Formulierung offenbarte schon vor Jahren, dass der Verband sich ein Hintertürchen offen hält. Nun wurde es genutzt – und Große ging auf Distanz, als die Öffentlichkeit zusah.
Doch die Dokumente lügen nicht. Sie zeigen ein System, in dem Spitzensportler zur Kasse gebeten werden, während der Präsident mit Immobilienmillionen wirbt. Die 59,90 Euro mögen klein klingen, sie sind symptomatisch für einen Verband, dessen Glaubwürdigkeit auf dem Eis zerbröselt.

Die mauer des schweigens bröckelt
Interne Mails, Rechnungen, Vertragsklauseln – das Paket ist komplett. Große drohte Journalisten mit rechtlichen Schritten und verweigerte ARD-Reportern die Akkreditierung. Doch Hausverbote helfen nicht, wenn die eigenen Papierflut die Geschichte erzählt. Die Athleten schweigen nicht länger, Athleten Deutschland prüft rechtliche Schritte. Der Druck wächst, die nächste DESG-Sondersitzung ist bereits anberaumt.
Die Bilanz: Ein Präsident, der sich als Garant für saubere Verhältnisse inszenierte, steht mit blanken Tatsachen da. 59,90 Euro pro Trikot – das ist die Summe, mit der Matthias Große seine Glaubwürdigkeit verspielt hat. Der Eisschnelllauf schaut auf Beton, der Verband auf Betrug. Und die Saison läuft noch.
