Flamengo feuert filipe luis trotz 8:0-kantersieg
Acht Tore schießen, ins Finale einziehen – und trotzdem wenige Minuten später den Job verlieren. Genau das ist Filipe Luis am Dienstag passiert. Flamengo trennte sich unmittelbar nach dem 8:0 gegen Madureira von seinem Trainer, der den Klub aus Rio de Janeiro erst im vergangenen Jahr zur Copa Libertadores geführt hatte. Die Nachricht kam so abrupt, dass Luis nach eigener Aussage sichtlich überrascht wirkte.
Sportdirektor boto überbringt die hiobsbotschaft im flur
Es war José Boto, Sportdirektor des Klubs, der Luis die Entscheidung mitteilte – und zwar nur wenige Minuten nach der Pressekonferenz, auf der der Trainer noch den Einzug ins Finale der Campeonato Carioca gefeiert hatte. Kein langes Gespräch, kein würdevoller Abschied. Einfach raus. Mit Luis verlassen auch Co-Trainer Ivan Palanco und Fitnesstrainer Diogo Linhares den Verein.
Seit September 2024 hatte Filipe Luis Flamengo trainiert und dabei fünf Titel gewonnen. Fünf. Das klingt nach einer Bilanz, die jeden Trainer in Sicherheit wiegt. Doch im brasilianischen Fußball zählt der gestrige Erfolg wenig, wenn heute die Ergebnisse fehlen.

Vier punkte aus drei spielen – das war zu wenig
Der Auslöser war der schwache Start in die neue Saison der Campeonato Brasileiro Serie A. Nur vier Punkte aus den ersten drei Partien holte der Klub, der angeblich den höchsten Etat aller brasilianischen Vereine besitzt. Hinzu kamen zwei verlorene Endspiele: die Recopa Sudamericana gegen CA Lanús aus Argentinien und der brasilianische Supercup gegen Corinthians aus São Paulo. Für die Vereinsführung war das Bild klar – auch wenn es nach außen hin wenig Sinn ergibt.
Denn wer einen Trainer nach einem 8:0 entlässt, sendet eine unmissverständliche Botschaft: Nicht das Ergebnis des Abends zählt, sondern der Trend der vergangenen Wochen. Flamengo will mit dem höchsten Budget Brasiliens auch die höchsten Ansprüche bedienen. Filipe Luis konnte das zuletzt nicht mehr garantieren – zumindest nicht in den Augen derjenigen, die die Entscheidung trafen. Fünf Titel in eineinhalb Jahren: Das ist die Bilanz, mit der er jetzt nach Hause geht.
