Sinner zertrümmert medwedews traum – erster indian-wells-coup mit italienischem doppel
35 Grad Hitze, kein einziges Break – und trotzdem ein K.o.-Sieg: Jannik Sinner entzauberte Daniil Medwedew im Finale von Indian Wells mit 7:6, 7:6 und schreibt Geschichte als erster Italiener, der die kalifornische Wüste erobert. Nach exakt 1:58 Stunden war der 25. Karrieretitel perfekt, der 100. Masters-Sieg überhaupt – und ein Schlag gegen die Konkurrenz.
Medwedew startet furios, sinner beendet die show
Der Russe führte im zweiten Tiebreak bereits 4:0, donnerte Aufschläge auf 230 km/h – und kassierte dann sieben Punkte am Stück. „Ich habe nur noch meine Beine bewegt und an nichts gedacht“, sagt Sinner, der wie ein Automat auf Turbo schaltete. Die Vorhand longline traf die Linie, der Return küsste das T – und plötzlich stand es 6:4. Das Match lag eine Rallye entfernt auf der Kippe, doch Sinner schlug eine Rückhandwinner, die selbst Medwedew applaudieren ließ.
Draußen auf dem Parkplatz wartete bereits der Flieger zurück nach Europa – für Medwedew eine Odyssee über Oman und Istanbul, weil der Nahost-Konflikt seine Reise verzögert hatte. „Ich bin froh, dass ich überhaupt spielen durfte“, sagte er mit zittriger Stimme. Die Weltnummer 12 wird wieder Top 10 sein, aber der Pokor blieb ihm verwehrt.

Zverev und alcaraz lieferten vorarbeit
Der Weg zum Titel war kein Zufall. Im Halbfinale demolierte Sinner Alexander Zverev in 68 Minuten, ließ dem Deutschen keine Luft zum Atmen. Tags zuvor hatte Medwedew selbst Carlos Alcaraz aus dem Turnier geworfen – und damit die Ranglistenerste Position für Sinner geöffnet. Der Abstand auf den Spanier schrumpft auf 680 Punkte. „Wir jagen uns gegenseitig“, sagt Sinner, „das macht die Tour so schnell.“
Die Statistik ist gnadenhaft: In zwölf Matches gegen Medwedew führt Sinner nun 7:5, aber die letzten drei Duelle gingen an den Südtiroler – alle in Straight Sets. Kein Break gelang beiden Spielern, weil beide Aufschlag-Maschinen ihr Service wie ein Safe verwahren. Die Tiebreaks entschieden über Glück und Nerven – und dort ist Sinner momentan unantastbar.

Italien feiert doppel – von f1 bis tennis
„Heute ist ein Festtag für Italien“, jubelte Sinner im Interview. Stunden zuvor hatte Formel-1-Rookie Kimi Antonelli in Shanghai seinen ersten Sieg gefeiert – und jetzt der Tennis-Hoffnungsträger in der Wüste. „Ich bin ein riesiger Motorsport-Fan. Wenn wir Italiener gewinnen, schmeckt der Wein besser“, lacht er. Die Fans in Flachau und Meran tragen bereits seine Trikots, und in Rom planen Barbesitzer eine Sinner-Antonelli-Party – Aperol auf Eis, serviert mit Siegerlaune.
Die Saison ist jung, aber die Marschroute klar: Sinner will in Miami nachlegen, dann Wimbledon attackieren. Die Konkurrenz schaut auf die Uhr – und auf den Kalender. Denn wer in Indian Wells gewinnt, der fliegt mit Selbstvertrauen um den Globus. Für Medwedew bleibt die Erkenntnis: Selbst eine perfekte Reiseplanung schützt nicht vor einem Gegner, der gerade die Weltspitze neu definiert.
