Sinner wankt in paris: hitze schlägt weltklasse nieder
Jannik Sinner stand bei 33 Grad im Schatten, hatte beim Score von 6:3, 6:2, 5:2 alles unter Kontrolle – und brach dann in sich zusammen. Die Nummer eins der Welt, in den Wettbüros Top-Favorit auf den Musketeers-Cup, musste beim Stand von 5:4 im dritten Satz eine medizinische Auszeit nehmen. Sein Argument an den Arzt: „Mir wird schwindelig.“
Zwei sätze lang die maschine, dann der kollaps
Cerúndolo, bis dahin nur Statist, sah plötzlich wie ein Abnehmer aus. Sinner bewegte sich wie in Treibsand, verlor sein Aufschlagspiel ohne einen einzigen Punktgewinn und schlurfte anschließend mit leerem Blick in die Schattenzone des Court Philippe-Chatrier. Die Box – Trainer Darren Cahill, Fitnesstrainer Umberto Ferrara, Physio Claudio Zimaglia – rang sich die Hände, während die Menge in Paris die Atmosphäre einer Tragödie einatmete.
Die Hitze ist kein neuer Gegner für Sinner. 2023 schied er in Miami bei ähnlichen Temperaturen in der zweiten Runde aus, weil er sich übergeben musste. Diesmal schien das Problem tiefer zu sitzen: schwindlig, nicht nur müde. Er kehrte zwar zurück, verlor aber Satz drei mit 6:7. Die Partie stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, doch Sinner hatte längst verloren – seine Aura der Unbesiegbarkeit.

Was es für die french open bedeutet
Das Turnier verliert seinen Titelanwärter Nummer eins. Carlos Alcaraz schielt nach oben, Novak Djokovic schmollt in, dass auch er eine Chance erhält. Und die Buchmacher haben die Quoten schon umgeschichtet: Sinner rutscht von 2,8 auf 8,5. Ein Satzverlust kann mehr kosten als nur ein Spiel.
Der italienische Verband wird nun zwei Nächte lang wach liegen: Sinner ist der einzige Spieler im Feld, der sowohl Sand als auch Hartplatz in diesem Jahr dominiert hat. Verliert er in Runde zwei, ist die italienische Tennis-Offensive in Paris nach gerade mal 48 Stunden beendet.
Paris schluckt eine Legende – und die Suche nach einem neuen König beginnt, ehe das alte noch gefeiert wurde.
