Sinner um zwei uhr nachts gegen den „kleinen sinner“: indian wells dreht durch

Kaffee oder Energy-Drink? Um 02:00 MEZ wird Jannik Sinner erstmals auf Joao Fonseca treffen – den 19-jährigen Brasilianer, der in Belo Horizonte schon jetzt Sinnerzinho genannt wird, weil er den italischen Weltklassespielern wie ein Spiegelbild wirkt. Indian Wells wird zur Geisterstunde.

Fonseca ist kein geheimtipp mehr

Seit seinem Triumph in Rio de Janeiro schlägt der Jungbrasilianer Wellen. Seine Vorhand fliegt flacher, sein Timing erinnert an den jungen Sinner selbst. 1,85 Meter, gelber Wilson-Schläger, unbändiger Lauf: Die Ähnlichkeit ist kein Zufall. „Er kopiert mich“, sagte Sinner vor zwei Wochen in einem Interview – halb belustigt, halb respektvoll. Doch das Netz macht keine Gefangene. Wer gewinnt, steht im Viertelfinale des ersten Masters 1000 der Saison.

Die Zahlen sind gnadenlos: Fonseca schlägt im Mittel 121 km/h Vorhand-Inside-Out, Sinner 119. Beide treffen mehr als 82 % der ersten Aufschläge, doch der Brasilianer nutzt die Slice-Variante häufiger. Ein Detail, das Nachtschicht-Fans beobachten sollten. Die Wüste von Kalifornien wird zur Schacharena.

Paolini versucht, die italische fahne hochzuhalten

Paolini versucht, die italische fahne hochzuhalten

Während die Männer-Konkurrenz längst ohne italienische Beteiligung ist, trägt Jasmine Paolini die Hoffnung um 21:00 MEZ gegen Talia Gibson, die Nummer 110 der Welt. Dreimal in Folegt erreichte sie in Indian Wells die Runde der letzten 16 – nie zuvor schaffte das eine Italienerin. Ihr Geheimnis: Sie trainiert seit Januar zusätzlich mit dem Fitnessteam von Sinner. Die Koordination, so verrät ihr Umfeld, habe sich um 12 % verbessert. Kleinigkeit? In der Wüste bedeutet jedes Prozent Schatten.

Parallel erwartet das Stadion ein Eklat: Aryna Sabalenka misst sich mit Naomi Osaka, Sascha Zverev fordert Frances Tiafoe. Doch die europäischen Uhren richten sich nach Sinner. Die ATP verlegte sein Match in die Nacht, um die US-Prime-Time zu bedienen. Europäer müssen leiden – oder streamen. NOW verlangt 19,99 Euro monatlich für den Zugang, ein Preis, der bei einem Fünfsatz-Krimi schnell verschmerzt ist.

Fazit: Entweder Sinner beweist, warum er die Zukunft der Tenniselite ist – oder Fonseca setzt den nächsten Sturm auf die Tour. Die Uhr schlägt zwei, der Ball rollt, und die Wüste schläft nicht mehr.