Sinner startet gegen duckworth – droht schon im viertelfinale das mensik-duell?

Jannik Sinner muss beim ersten Masters 1000 des Jahres sofort liefern. Die Auslosung für Indian Wells verlangt dem 23-jährigen Südtiroler eine harte Woche ab: Los geht’s gegen James Duckworth oder einen der glühend heißen Qualifikanten, schon im Achtelfinale lauert Karen Khachanov, und im Viertel wartet entweder Ben Shelton – oder eben jener Jakub Mensik, der ihn vor drei Wochen in Doha mit 7:6, 6:4 weggespült hat.

Die Zahl, die Sinner nicht loslässt: 2. Er ist Weltranglisten-Zweiter, aber seit der Australian-Failure-Februar hinterfragen selbst seine treuesten Fans, ob die Spitze noch zu halten ist. Indian Wells ist seine Antwort.

Musetti und sinner: italienische halbfinale vorprogrammiert?

Lorenzo Musetti, seit Melbourne mit Tape am rechten Oberschenkel quasi abgemeldet, landete als Nr. 5 im selben Viertel wie Sinner. Erstes Match: ein Qualifikant oder Marton Fucsovics. Dann winkt Alexander Zverev, der seit seiner Viertelfinal-Pleite in Acapulco nur noch ein Match gespielt hat – und verloren. Die Statistik: Musetti führt im Head-to-Head gegen den Deutschen 2:1, doch beide Siege datieren aus dem Jahr 2022. Wenn sich die beiden Italiener durchboxen, wäre das Halbfinale ein Traum-Duell mit Volley-Show und Slice-Feuerwerk.

Die restlichen fünf Azzurri im Männerfeld: Flavio Cobolli, frisch gebackener Acapulco-Champion, trifft im zweiten Durchgang auf Altmaier oder Kecmanovic. Luciano Darderi, der in Santiago die Südamerika-Tour abräumte, startet gegen einen Lucky Loser. Matteo Berrettini und Adrian Mannarino liefern sich ein K.o.-Duell, der Sieger bekommt Zverev – und das italienische Quartett Arnaldi, Bellucci & Co. muss gleich in Runde eins ran. Sieben Blau-Weiß-Rot-Kappen im Hauptfeld, das ist Rekord.

Alcaraz und djokovic: auf kollisionskurs

Alcaraz und djokovic: auf kollisionskurs

Carlos Alcaraz eröffnet gegen Dimitrow oder den aufstrebenden Franzosen Atmane. Bereits im Viertel wartet Alex de Minaur, der Australier, der ihn in Melbourne an die Wand gespielt hat. Die richtige Explosion kommt eine Runde später: Novak Djokovic könnte sich in der Semifinale mit dem Spanischen Tornado messen – vorausgesetzt, er übersteht das Mini-ATP-Fest mit Perricard, Hurkacz, Titelverteidiger Draper und Taylor Fritz. Vier Power-Spieler, vier unterschiedliche Belastungsprofile, kein Freilos.

Bei den Frauen verspricht Jasmine Paolini ein Horror-Pfad. Die 7. der Welt landete in Sabalenkas Hauptrichtung. Zweite Runde: Potapova, Achtelfinale: Wang Xinyu, Viertel: Coco Gauff – und dann die Weißrussin mit dem Baseball-Schlag. Paolini hat gegen Sabalenka 0:4 verloren, zuletzt in Melbourne 1:6, 2:6. Die einzige Ermutigung: In der Wüste von Kalifornien fliegt der Ball schneller, und ihre Slice-Variante könnte die Tempo-Hybriden irritieren.

Indian Wells gilt als „fünftes Grand-Slam“, doch diesmal wirkt das Turnier wie eine Endrunde vor der Endrunde. Wer hier überlebt, sammelt nicht nur 1000 Punkte, sondern vor allem Selbstvertrauen für die Clay-Saison. Für Sinner ist es die letzte echte Generalprobe vor Monte Carlo. Verliert er früh, wird die Nr. 2 zur Spielwiese. Gewinnt er, schlägt er zurück – und Mensik wartet vielleicht schon wieder.