Sinner pulverisiert dzumhur und jagt federers sunshine-double
Jannik Sinner braucht 31 Minuten, um Damir Dzumhur in den Schatten zu stellen. 6:3 geht der erste Satz an den Weltranglisten-Zweiten – und damit reißt der Italiener seine Serie auf 23 gewonnene Sätze in Folge innerhalb der ATP Masters 1000.
Sinner setzt dem sunshine-double die krone auf
Miami, Mittwoch, 18.55 Uhr Ortszeit. Der Ball kommt zurück, Dzumhur hängt in der Ecke, Sinner sprintet nach vorn, nimmt die Volley aus dem Sprung und verwandelt. 40:15, Spiel, Satz, Statement. Der 23-Jährige servierte zwar nur 54 % erste Aufschläge, aber wenn die erste Flanke saß, war sie ein Donnerschlag. Zwei Asse hintereinander, 5:2, Break vor Augen.
Der Bosnier, Nummer 76 der Welt, hatte nach seinem 2:14-Stunden-Drama gegen den Peruaner Buse kaum Dampf im Tank. Eine Break-Chance im siebten Game – das war’s. Danach übernahm Sinner wieder das Kommando, riss Dzumhur mit dem Drive-Return mit, schob ihn mit dem Slice in die offene Seite und beendete Punkte entweder mit dem platzierten Vorhand-Winner oder direkt an der Netzkante.
Die Bedingungen in Miami sind schneller als in Indian Wells. Genau das wollte Sinner. Er flüchtet nach vorne, drückt auf Turbo, variiert Tempo und Spin. Dzumhur findet keine Lücke, spielt zwölf Winner, kassiert aber 17 unerzwungene Fehler – ein Verhältnis, das Sinner (9 Fehler) lacht.

23 Sätze in serie – die zahl spricht für sich
Seit dem Finale von Paris-Bercy im November hat der Südtiroler in ATP-1000-Turnieren keinen Satz mehr abgegeben. Federer schaffte 2017 zuletzt das Sunshine-Double, Indian Wells plus Miami. Sinner steht vor dem gleichen Kunststück und liegt exakt auf Kurs.
Im Viertel vor dem Match checkt Sinner seine Schläge ein, nickt seinem Coach Darren Cahill zu. Kein Showman, kein Tamtam. Stattdessen kalte Präzision. Dzumhur verlässt den Court mit dem Gesicht eines Mannes, der gegen einen Algorithmus gespielt hat – zu schnell, zu tief, zu unbarmherzig.
Mit dem Erfolg rückt das Achtelfinale in Reichweite. Und prompt schickt das WTA-Tableau eine Warnung: Wer den Lauf stoppen will, braucht mehr als ein gutes Serving – der 23-Satz-Express rollt weiter durch Florida.
