Sinner jagt djokovic mit 32. sieg nacheinander und zündet rom ab
Jannik Sinner hat wieder einmal Geschichte geschrieben – und das in einem Tempo, das sogar Novak Djokovic alt aussehen lässt. Mit dem 6:2, 6:4 gegen Andrey Rublev am Freitagnachmittag in Rom bügelte der Südtiroler seine 32. Pflichtspiel-Niederlage nacheinander weg, übertrumpft damit die Serbian-Serie von 2011 und steht erstmals im Halbfinale der Internazionali BNL d’Italia.
Die zahl, die das tennis erzittern lässt: 27 siege 2026, 32 in serie bei masters-1000
Die Partie war nach 92 Minuten gelaufen, ein Lehrstück in effizienter Gewalt: Sinner versenkte 21 Winner bei nur acht unerzwungenen Fehlern, brach Rublev dreimal und ließ dem Russen keine Sekunde Luft. Für ihn war’s der 27. Tour-Sieg in diesem Jahr – bei null Niederlagen. Der letzte, der so startete, hieß Djokovic 2020. Der Vergleich liegt nicht nur in den Statistikbüchern, sondern auch in den Köpfen der Konkurrenz.
„Ich spiele nicht für Rekorde, ich schreibe meine eigene Geschichte“, sagte Sinner, nachdem ihn die Arena erneut mit einem „Olé“-Chor verabschiedete. Die Worte klingen wie ein Mantra, aber sie verfangen. Denn wer sich in jedem Match neu erfindet, braucht keine Plakette, um sich zu messen.

Rublev kassiert eine tennis-lektion – und ein reality-check
Rublev, selbst Top-10 und bekannt für sein hammermäßiges Forehand-Tempo, wirkte wie ein Spieler, der plötzlich merkt, dass seine stärkste Waffe veraltet ist. Sinner neutralisierte die Schläge früh, drückte den Ball flach übers Netz und zwang Rublev zu hohen, unbequemen Treffern. Die Breaks zum 3:1 und 5:2 im ersten Satz kamen wie Nachspielzeit in einem Fußballspiel, dem Ergebnis nach schon entschieden.
Im zweiten Durchgang versuchte Rublev mehr Variation, doch Sinner antwortete mit Return-Winnern, die an diesem Nachmittag jede Statistik sprengten. Der letzte Punkt: ein 198-km/h-Ace. Rublev schlug mit dem Schläger auf den Sand – sinnlos, wie sich gleich herausstellte.

Das halbfinale wartet – und dahinter vielleicht schon der thron
Morgen trifft Sinner auf den Sieger zwischen Stefanos Tsitsipas und Alexander Zverev. Beide kennen die italienische Kugel, beide wissen, dass Sinner seit 173 Tagen auf Sand nicht mehr verlor. Die Buchmacher sehen den 22-Jährigen trotz eines möglichen Clasicos gegen Carlos Alcaraz im Endspiel als Favoriten. Die Logistik stimmt: Sinner hat in Rom bisher nur einen Satz abgegeben.
Die Frage bleibt: Wer stoppt diesen Lauf? Die Antwort liegt im Rhythmus seiner Beine und in der Ruhe eines Mannes, der gerade erst begonnen hat, die Sportart umzuschreiben.
32 Siege in Serie. 27 in dieser Saison. Null Niederlagen. Die Zahlen sind längst keine Fußnote mehr, sie sind die Headline eines neuen Kapitels – und es ist noch lange nicht zuende.
