Sinner dominiert: ist er unaufhaltsam auf dem weg zum roland garros-titel?
Jannik Sinner hat die Tenniswelt im Sturm erobert. Der Italiener präsentiert sich in einer Form, die seit Jahren ihresgleichen sucht und wirft die Frage auf: Kann ihn überhaupt jemand auf dem Weg zum Triumph bei den French Open stoppen?
Corretjas einschätzung: mehr als nur körperliche stärke
Der ehemalige French Open-Champion Álex Corretja, Experte bei Eurosport, ist beeindruckt. Nicht nur Sinner's physische Ausdauer, sondern vor allem seine mentale Stärke fallen dem Spanier auf. „Nach Miami dachte ich, Monte Carlo wird eine Herausforderung, aber der Sieg gegen Carlos hat ihm Flügel verliehen“, so Corretja. Die Art und Weise, wie Sinner in Rom auftritt, lässt ihn fast schon unbesiegbar erscheinen. Er hat sein Spiel variiert, ist weniger vorhersehbar geworden und scheint aus jedem Fehler gelernt zu haben.
Die Dominanz ist bemerkenswert. Corretja vergleicht Sinner's aktuelle Leistung mit der von Novak Djokovic, betont aber, dass der Italiener eine eigene, einzigartige Qualität besitzt. „Es ist fast schon inhuman, was er da fabriziert. So etwas ist schwer zu wiederholen.“

Alcaraz' fehlen: ein vakuum im tennis?
Das Fehlen von Carlos Alcaraz hinterlässt eine spürbare Lücke. „Wir vermissen Carlos sehr. Es ist eine lange und traurige Wartezeit“, bedauert Corretja. Für Sinner bedeutet das logischerweise auch, dass er derzeit keinen direkten Konkurrenten auf seinem Niveau hat, jemanden, der ihm Paroli bieten und ihn bis an die Grenzen treiben kann. Wenn Alcaraz fit und in Form ist, stehen die Chancen anders aus.
Die Diskrepanz zwischen den Topspielern ist alarmierend. Corretja erinnert an die Ära der „Big Three“, in der es immer noch andere Spieler wie Murray, Wawrinka oder Del Potro gab, die in der Spitzengruppe mithalten konnten. Heute scheint es, als gäbe es keinen Platz für andere, Sinner und Alcaraz setzen die Standards so hoch, dass die Konkurrenz kaum mithalten kann.
Neue hoffnung für spanien: jódar und die nächste generation
Im spanischen Tennis gibt es Grund zur Hoffnung. Spieler wie Rafa Jódar, Martín Landaluce und andere junge Talente drängen auf den Durchbruch. „Es ist eine neue Generation, auf die wir lange gewartet haben“, freut sich Corretja. Jódar's Aufstieg ist beeindruckend, er geht seine Entwicklung besonnen an und scheint das Potenzial, zu den Top 10 der Welt zu gehören.
Die Unterstützung durch die Routiniers Rafa Nadal und Landaluce wird entscheidend sein. „Die Rückmeldung, die sie voneinander bekommen, wird sehr wertvoll sein, solange sie sich nicht vergleichen und neidisch aufeinander sind“, so Corretja. Die jungen Spieler können sich an den Erfolgen der älteren Generation orientieren und sich so weiterentwickeln.
Roland garros: vorsichtige euphorie um jódar
Corretja mahnt zur Vorsicht im Hinblick auf Jódar bei Roland Garros. „Ich wünsche ihm nur, dass er körperlich fit ist und die Fünf-Satz-Matches aushält. Er sollte sich nicht unnötigen Druck machen.“ Er betont, dass erfahrene Spieler derzeit das bessere Papier haben, aber sieht in Jódar ein großes Talent mit viel Potenzial.
Die Freude über die Möglichkeit, als spanischer Kommentator bei Eurosport zu arbeiten, ist für Corretja unbeschreiblich. Er investiert viel Zeit und Energie in die Vorbereitung, um den Zuschauern weltweit die besten Einblicke zu bieten. „Es ist ein Geschenk, das ich sehr schätze.“
Sinner's Dominanz ist beängstigend, aber auch faszinierend. Ob er seine beeindruckende Form bei Roland Garros bestätigen kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Der Italiener hat das Tennis neu definiert und setzt die Messlatte für die gesamte Konkurrenz in schwindelerregende Höhen.
