Silber-helden starten quali-jagd: jetzt wollen sie alles
Die Handball-Frauen sind zurück – und sie meinen es ernst. Kaum aus dem Flieger in Ljubljana gestiegen, zieht schon der nächste Sturm auf Celje zu. Dort warten die slowenischen Gastgeberinnen auf das deutsche Silber-Team. Anpfiff Mittwoch, 18 Uhr, live im ZDF-Stream. Die Mission: zwei Siege, eine Qualifikation, null Gnade.
Die basis stimmt – die chemie auch
Markus Gaugisch hat keine Zeit für Nostalgie. „Die Medaille war schön, sieht aber im Schrank genauso staubig aus wie alle anderen, wenn wir nicht weitermachen“, sagt der Bundestrainer. Deshalb feuert er seine Mannschaft durch zwei harte Trainingseinheiten in Großwallstadt, bevor der Kader Richtung Balkan abhebt. Ohne Xenia Smits und Aimée von Pereira, dafür mit Dana Bleckmann und Jolina Huhnstock. Die Nachnominierten sind jung, hungrig und haben nichts zu verlieren – genau das, was Gaugisch will.
Die Zahl, die er liebt: 40. So viele neue Mädchen meldeten sich allein beim SC Weiden, Viola Leuchters Heimatclub, nach der WM. Dyn-Neuzugang Leuchter, frisch gekürte 2025 IHF Young Female World Player of the Year, spürt die Nachwirkung jeden Tag: „Plötzlich wissen die Leute wieder, wer wir sind.“ Der Beweis, dass Silber nicht nur glänzt, sondern auch ansteckend wirkt.

Favoritenrolle? gaugisch nimmt sie mit
Die Gruppenphase lief wie geschmiert: Nordmazedonien und Belgien wurden weggefegt. Jetzt steht Slowenien vor der Tür, am Sonntag folgt das Rückspiel in Heidelberg. „Wir müssen beide Spiele gewinnen, sonst schauen wir doof aus der Wäsche“, sagt Gaugisch. Kein Pathos, nur klare Kante. Seine Spielerinnen haben Bock – und das ist kein PR-Satz, sondern Alltag. Wer morgens um 7 Uhr freiwillig Sprintreihen zieht, meint es wirklich.
Die Gegnerinnen sind ungeschlagen, das Publikum in Celje laut, die Reise kurz. Perfekte Bedingungen für ein kleines WM-Remake. Nur diesmal soll das Märchen nicht in Silber enden, sondern in einer EM-Qualifikation, die so festgeschraubt ist, dass im Dezember niemand mehr zittern muss.
Abflug Frankfurt, Ankunft Ljubljana, Sieg Celje – der Plan steht. Wenn die deutschen Handball-Frauen ihrem Trainer glauben, ihrer jungen Superheldin Leuchter und vor allem sich selbst, könnte der Winter 2024 schon im Mai weitergehen. Dann nämlich winkt Polen, Rumänien, Tschechien, Slowenien, Türkei – und vielleicht das erste Gold seit dem Märchen von 1993.
