Silber für den dsv: drama bis zur letzten sekunde in der para-langlauf-staffel
Die deutsche offene Langlaufstaffel hat sich bei den Paralympics 2026 in Tesero mit Silber belohnt – und das trotz eines spektakulären Sturzes gleich zu Beginn. Theo Bold musste kurzzeitig ohne seinen Bruder Jakob auskommen, doch der Windschatten des Ukrainers rettete den Start. Am Ende fehlten 5,4 Sekunden auf Gold, doch das Lächeln überstrahlte die Enttäuschung.
Sturz, husten, vorsprung – die deutsche staffel im paralympics-fieber
Die vier Athleten Theo Bold, Sebastian Marburger, Linn Kazmaier und Marco Maier lieferten ein Rennen ab, das selbst erfahrene Reporter ins Schwitzen brachte. Nach dem Zwischenfall an der ersten Wechselzone baute Marburger als sitzender Athlet mit bemerkenswertem Tempo einen Vorsprung von 22 Sekunden auf Norwegen heraus – trotz Erkältung, die ihn zwischen den Interviews in Schübe aus Husten verfallen ließ.
Kazmaier, erst 19 Jahre alt, spürte den Atem der Chinesin im Nacken, wusste aber nicht, wer es war. „Ich war so im Tunnel, ich habe nur noch die Beine bewegt“, sagte sie später. Ihre 0,9 Sekunden Vorsprung vor dem letzten Wechsel waren ein Minikontingent, das Marco Maier gegen den formstarken Yu Shuang verteidigen musste.
Am Zorzi-Anstieg versuchte Maier noch einmal den Befreiungsschlag, doch Shuang schaltete einen Gang höher. „Er hat einfach eine andere Klasse“, gestand Maier. Die deutsche Staffel jubelte trotzdem – Silber bei den Spielen ist kein Trostpreis, sondern ein Beweis für Teamgeist unter Extrembedingungen.

Mixed-team verpasst podest – und das mit nur 13,9 sekunden
Während die offene Staffel feierte, verpasste das deutsche Mixed-Team knapp die Medaille. Nico Messinger, Anja Wicker, Leonie Walter und Lennart Volkert lieferten sich mit den USA und der Ukraine ein Dreikampfrennen, das sich bis ins Ziel zog. Am Ende blieb Platz vier, doch Messinger zeigte sich fair: „Die anderen waren heute ein Stück besser – Punkt.“
Die Paralympics 2026 beweisen: In Tesero zählt nicht nur die Kondition, sondern auch die Nervenstärke. Die deutschen Langläufer haben beides unter Beweis gestellt – und damit dem Winter eine Silberlinie verpasst, die länger strahlen wird als manche Goldmedaille.
