Siegessicher, aber nicht überzeugend: deutschland qualifiziert sich für wm 2027

Ljubljana – Geburtstagskind Christian Wück konnte sich am Dienstagabend auf ein schmeichelhaftes Geschenk freuen: Sein Team sicherte sich in Slowenien nicht nur einen 2:0-Sieg, sondern auch das Ticket für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien. Doch der Sieg ließ die deutsche Auswahl keineswegs glänzen.

Ein abend voller personeller experimente

Ein abend voller personeller experimente

Die Entscheidung war bereits gefallen, lange bevor der Anpfiff in Ljubljana ertönte. Der 2:0-Erfolg gegen Norwegen am vergangenen Freitag besiegelte das Weiterkommen. Wück nutzte die Gelegenheit, um die Mannschaft aufzufrischen und personelle Experimente durchzuführen. Acht Positionen in der Startelf veränderten sich im Vergleich zum Norwegen-Spiel, darunter auch der Wechsel im Tor von Ann-Katrin Berger zu Ena Mahmutovic. Janina Minge kehrte nach ihrer Sperre in die Abwehrzentrale zurück.

„Wir wollen das Ganze mit der nötigen Seriosität angehen“, betonte Wück vor dem Spiel. Doch die Anfangsphase ließ wenig Hoffnung auf eine überzeugende Vorstellung erkennen. Das Aufbauspiel wankte, Fehler häuften sich, und aus dem Ballbesitz resultierten kaum Torchancen. Vivien Endemanns harmloser Abschluss in der 13. Minute war die einzige nennenswerte Aktion der ersten Viertelstunde. Kurz darauf musste Torhüterin Mahmutovic erleichtert feststellen, dass ein Treffer der Sloweninnen aufgrund einer Abseitsstellung nicht zählte.

Ein Eigentor rettet die halbe Miete

Die deutsche Mannschaft hatte große Probleme, in das Spiel zu finden. Ein grober Fehler von Mahmutovic hätte fast die Führung für die Gastgeberinnen bedeutet, doch Prasnikar vergab. Mitte der ersten Hälfte präsentierte sich die deutsche Elf weiterhin anfällig und fehleranfällig. Die Führung durch das Eigentor von Lara Prasnikar nach einer Ecke von Klara Bühl in der 39. Minute war daher eher glücklich als verdient.

Die zweite Hälfte begann mit frischen Kräften. Drei neue Spielerinnen wurden eingewechselt, und Larissa Mühlhaus sorgte mit einem Fernschuss für Gefahr. Wenig später war es Shekiera Martinez, die nach einem Fehler der slowenischen Torhüterin Zala Mersnik ihren ersten Länderspieltreffer erzielte. Von nun an drängten die Deutschen auf weitere Treffer, doch die Chancen wurden versenkt.

Wück will die Vorbereitungen auf die Endrunde im kommenden Jahr nun zügig vorantreiben. Seine Reise ins Gastgeberland steht kurz bevor. „Ich möchte so schnell wie möglich die Pläne rund um das Basecamp enger schnüren“, so der Bundestrainer. Die nächsten Länderspiele im Oktober werden zeigen, ob die personellen Experimente und die Scouting-Touren Früchte tragen. Der Sieg in Ljubljana war zwar sicher, doch er offenbarte auch noch offenen Hausaufgaben für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft.