Siegemund träumt von schafen – und sardinien!

Laura Siegemund, Deutschlands Tennis-Hoffnung und aktuelle Nummer 1, hat in einem Gespräch mit dem SWR Sport verraten, was sie sich nach ihrer Karriere vorstellt: 20 Schafe und eine idyllische Existenz auf Sardinien. Eine Vorstellung, die im Kontrast zu ihrem unkonventionellen und leidenschaftlichen Spiel auf dem Court steht.

Die meeresbiologin, comiczeichnerin und doch tennisspielerin

Kaum jemand hätte, als die heute 38-Jährige davon erzählte, dass sie als Kind Meeresbiologin oder Comiczeichnerin werden wollte, gedacht, dass sie eines Tages Deutschlands beste Tennisspielerin wird. Doch Siegemund hat bewiesen, dass Karrierewege selten geradlinig sind. Nach zwei Jahrzehnten auf der WTA-Tour, voller Höhen und Tiefen, steht sie nun am Höhepunkt ihrer Karriere.

Was treibt sie an? Was motiviert eine Sportlerin, die bereits so viel erreicht hat, weiterzumachen? Siegemund selbst gibt die Antwort: Die Bühne, das Publikum, die Energie, die beim erfolgreichen Abschluss eines Ballwechsels in der Luft liegt. „Dieses Gedröhne vom Publikum, das ist wie eine Droge“, so Siegemund im SWR-Interview. Und sie genießt es, solange sie kann.

Von rückschlägen und comebacks

Von rückschlägen und comebacks

Die Karriere von Laura Siegemund war alles andere als einfach. Verletzungen, falsche Trainingsmethoden und fehlender Spaß am Tennis führten zu Rückschlägen und sogar zu einem zeitweiligen Karriereende. Doch Siegemund gab nie auf. Sie kämpfte sich zurück, absolvierte ein Psychologiestudium und fand schließlich zurück zu ihrer Leidenschaft für den Tennissport.

Der Durchbruch kam 2016, und seitdem hat sie konstant auf Top-Niveau gespielt. Ihre Variabilität auf dem Platz, die Fähigkeit, den Rhythmus zu brechen und unkonventionelle Schläge zu spielen, machen sie zu einer gefährlichen Gegnerin. Sie hat sich ihren Platz in der Weltspitze hart erarbeitet, und das ist auch der Grund, warum sie nicht einfach in Rente gehen und sich um Schafe kümmern will, obwohl die Idee durchaus reizvoll ist.

Siegemund selbst bezeichnet sich als „harte Nuss“ mit guten Nerven – Eigenschaften, die ihr in ihrer Karriere schon oft geholfen haben. Die Vergleiche mit Steffi Graf, die in ihrer Jugend immer wieder auftauchten, hat sie stets relativiert. „Ich war für mich immer ein riesiges Idol, aber ich hab immer gesagt, dass ich eben nicht Steffi Graf bin“, erinnert sie sich.

Die Tatsache, dass Siegemund nun in den Top 50 der Weltrangliste geführt wird, ist ein weiterer Beweis für ihre beeindruckende Karriere. Und solange sie die Energie und die Leidenschaft hat, wird sie auf den großen Tennisplätzen der Welt zu sehen sein – bevor sie dann vielleicht doch noch ihre Schäfchen nach Sardinien bringt.