Fußball: viagogo-abzocke bekommt „rote karte“ – bundesliga-klubs siegen!
Ein Sieg für die Fans und ein herber Schlag für den Ticket-Zweitmarkt: Drei Bundesliga-Klubs haben wichtige Urteile gegen das Portal Viagogo erstritten. Die Politik will nun nachziehen und den Handel mit überteuerten Eintrittskarten stoppen. Doch wird das die Probleme wirklich lösen?
Die justiz greift ein: st. pauli, union und karlsruhe punkten gegen viagogo
Die Causa Viagogo beschäftigt den deutschen Fußball schon lange. Der Vorwurf: Deutlich überhöhte Preise für Eintrittskarten, die auf dem Zweitmarkt angeboten werden. Der FC St. Pauli, Union Berlin und der Karlsruher SC haben nun vor den Landgerichten in Hamburg, Berlin und Mannheim wichtige Erfolge erzielt. Die Urteile besagen, dass Viagogo künftig deutlich machen muss, dass Tickets, die über die Plattform angeboten werden, möglicherweise nicht zum Stadionzugang berechtigen. Ein echter Knackpunkt für das Geschäftsmodell, so die Einschätzung von Fußball-Rechtsanwältin Franz Dänekamp.
„Das ist ungefähr so, als wenn ein Autoverkäufer jetzt bundesweit Fahrzeuge verkauft und in der Werbung hinzusetzen müsste, diese Fahrzeuge haben keine Betriebserlaubnis. Das ist ein echter Businesskiller“, so Dänekamp.

Politik will mitziehen: neue gesetze gegen ticket-abzocke in sicht
Doch nicht nur die Klubs kämpfen gegen die Praxis. Auch die Politik will endlich handeln. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig kündigte einen Gesetzentwurf an, der den Zweitmarkt stärker regulieren soll. „Viele Fans kennen das Problem: Die Karten sind schnell vergriffen, und dann werden sie auf Plattformen wie Viagogo zu Wucherpreisen angeboten. Das muss so nicht weitergehen.“
Die Ministerin betonte, dass es nicht darum gehe, den Weiterverkauf pauschal zu verbieten, sondern um diejenigen, die sich auf Kosten echter Fans bereichern wollen. Ein Thema, das auch die DFL, der Deutsche Fußball-Bund, aufmerksam verfolgt. Die Liga selbst führt ebenfalls ein Verfahren gegen Viagogo, insbesondere im Hinblick auf sogenannte „Leerverkäufe“ in der Vergangenheit.

Was bedeutet das für die fans?
Für die Fans bedeutet dieser Erfolg ein Stück weit Hoffnung. Die Möglichkeit, Tickets zu fairen Preisen zu erwerben und das Stadion zu besuchen, ohne sich von unseriösen Händlern über den Tisch ziehen zu lassen, rückt näher. Ob die neuen Gesetze und Urteile tatsächlich das Ende der Viagogo-Abzocke bedeuten, bleibt abzuwarten. Vieles wird davon abhängen, wie konsequent die Maßnahmen durchgesetzt werden und ob Viagogo seinen Geschäftsmodell anpasst.
Die Entscheidung der Klubs und die politische Unterstützung zeigen jedoch deutlich: Der Kampf gegen den unlauteren Tickethandel ist in vollem Gange. Und die Fans sind es wert, dass dieser Kampf weitergeht. Denn Fußball soll eine Freude sein – und keine finanzielle Belastung.
