Shiffrin kassiert dämpfer: aicher schrumpft vorsprung in are
Are – ein Name, der Mikaela Shiffrin sonst Glücksgefühle beschert. Diesmal hinterlässt der schwedische Klassiker einen Beigeschmack. Emma Aicher schnappt ihr 5 Weltcup-Punkte ab, Julia Scheib kassiert dank Camille Rasts Ausfall die kleine Kristallkugel – und die US-Superstar sieht ihren Vorsprung in der Gesamtwertung schmelzen.
Rast verschenkt sieg, scheib packt die kugel ein
Die Vorstellung der Schweizerin war bis zum zweiten Durchgang makellos. Dann rutscht ihr Innenskier weg, die Stange fliegt – und mit ihr der Tagessieg. Scheib, 0,12 Sekunden zurück, rutscht auf Platz eins vor, jubelt, umarmt ihre Betreuer und weiß: Die 50 Punkte reichen für die Riesenslalom-Wertung. Die Österreicherin hatte die Disziplin erst einmal angeführt, dann zweimal verloren – und gewinnt am Ende doch.
„Ich habe die ganze Saison gezittert, jetzt ist sie mein“, sagt Scheib mit Blick auf die gläserne Trophäe, die seit 15 Jahren in Österreich keiner Athletin mehr gehörte. Die letzte war Nicole Hosp 2011.

Aicher knackt ihre eigene bestmarke – und shiffrins polster
Emma Aicher fuhr schon als Juniorin in Are heiß, doch Rang vier im Weltcup ist neues Terrain. „Ich habe endlich bewiesen, dass ich im Riesenslalom vorne mitmischen kann“, sagt die 22-Jährige aus Bad Wurzach. Der Gewinn: 50 Punkte, fünf mehr als Shiffrin. Die US-Amerikanerin muss nach ihrer Aufholjagd im zweiten Lauf mit Rang fünf zufrieden sein – und büßt im Gesamtweltcup auf 1.186 Zähler ab. Aicher folgt mit 1.065 Punkten. Lücke: 121 Zähler. Noch.
Der Patzer im ersten Lauf kostet Shiffrin fast zwei Sekunden. „Ich habe die Linie zu eng genommen, dann war der Knick weg“, erklärt sie. Die Fehleranalyse dauert Minuten, die Konsequenz ist schnell klar: Sie muss in der Saisonendspurt-Phase zulegen, will sie die große Kugel zum fünften Mal sichern.

Deutsches drehbuch: moltzan und robinson lassen aicher vorbei
Paula Moltzan wird Zweite, die Neuseeländerin Alice Robinson Dritte – und schieben Aicher auf Rang vier. Dennoch: Die deutsche Equipe kann zufrieden sein. Lena Dürr verpasste als Zwölfte die Top-10, ist aber nach wie vor im Slalom-Rennen um die kleine Kugel. „Wir sind auf Kurs“, sagt Alpin-Cheftrainer Wolfgang Maier. „Emma hat gezeigt, dass sie in der Spur ist. Und Lena kann im Slalom noch zulegen.“
Die nächste Chance für Shiffrin, sich Luft zu verschaffen, folgt bereits am Wochenende: Slalom in Åre. Aicher will nachlegen. „Ich spüre, dass der Knoten jetzt endlich geplatzt ist“, sagt sie. Die Kugeln sind verteilt – der Kampf um die große aber bleibt offen bis zum letzten Rennen.
