Shakira: 'ich lache jetzt über das, was mir passiert ist'
Vier Jahre nach dem explosiven Ende ihrer Beziehung zu Gerard Piqué hat Shakira in einem aufsehenerregenden Interview mit TVE erneut die Schlagzeilen beherrscht. Die kolumbianische Sängerin, bekannt für ihre unerschütterliche Ehrlichkeit, offenbarte Details über ihre Verarbeitung des Schmerzes und warf dabei einen neuen Blick auf ihre Zeit in Spanien – und die vermeintlichen Opfer, die sie für die Karriere ihres Ex-Partners brachte.
Humor als waffe gegen den schmerz
Anders als in ihren kraftvollen, von Rachegelüsten geprägten Songs wie 'BZRP Music Sessions, Vol. 53', präsentiert sich Shakira 2024 gefasst, wenn auch nicht ohne eine gewisse Bitterkeit. Sie beschrieb, wie Humor ihr zur Bewältigung der traumatischen Ereignisse geworden ist: „Ich lache jetzt viel über das, was mir passiert ist und mache Witze über die Schwierigkeiten, die ich durchgemacht habe“, erklärte sie. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Wunden zwar nicht vollständig verheilt sind, aber zumindest mit einem neuen Ansatz konfrontiert werden.
Doch hinter dem Lachen verbirgt sich eine schmerzhafte Analyse ihrer Zeit in Barcelona, jener goldenen Ära von Piqués Karriere beim FC Barcelona. Shakira beschrieb das erlebte Leid nicht nur als psychischen, sondern auch als physischen Schmerz. „Es fühlte sich an, als hätte man mir ein Loch in die Brust gerissen. Eine so reale, fast physische Empfindung. Ich fühlte, dass es ein Loch in meiner Brust gab, durch das man sehen konnte“, gestand sie. Diese Worte unterstreichen die Tiefe der Krise, die sich mit den gesundheitlichen Problemen ihres Vaters und den Steuerstreitigkeiten überschnitt – eine „perfekte Sturm“, wie sie es selbst nannte.

Opfer für den fußballer: eine karriere in den hintergrund
Shakira scheute sich nicht, die Ungleichgewichte in ihrer Beziehung anzusprechen. Sie betonte, dass sie ihre Karriere für lange Zeit zurückgestellt hatte, um Piqué in Spanien zu unterstützen und ihm den Weg zu Titeln zu ebnen: „Ich habe meine Karriere in den Hintergrund gestellt und bin nach Spanien gezogen, um ihn zu unterstützen, damit er Fußball spielen und Titel gewinnen konnte…“ Der ursprüngliche Plan sah vor, nach seiner Karriere in die USA zu ziehen, eine Art Entschädigung für ihre Jahre der Opfer – ein Plan, der mit dem Aufkommen von Clara Chía und dem Ende der Romanze zunichte wurde.
Heute blickt Shakira mit anderen Augen auf diese Phase. Der Umzug nach Miami habe ihr nicht nur ihre Karriere, sondern auch ihre Identität zurückgegeben: „Als ich diese Freiheit fand, fand ich auch mich selbst. Es war eine Reise der Rückbesinnung… Ich habe meinen Stil wiedergefunden und fühle mich wieder sexy.“

Kinder und werte: ein streitpunkt
Trotz der Spannungen scheint es Einigkeit bei der Erziehung ihrer Kinder Milan und Sasha zu geben. Doch auch hier schwingt eine subtile Kritik an den Werten des Ex-Partners mit. Shakira äußerte sich äußerst kritisch über das Bildungssystem, das sie als „defekt“ bezeichnete, da es nur gute Noten belohnt und Fehler nicht zulässt. Besonders hervorzuheben ist ihr strikter Umgang mit Technologie: Ihre Söhne besitzen keine Handys, sondern lediglich ein iPad unter strenger Aufsicht. Diese Betonung von Disziplin und der Vermittlung „grundlegender Werte“ wird von vielen Analysten als ein versteckter Seitenhieb auf Piqués Lebensstil interpretiert, der stärker von der digitalen Welt, den E-Sports und der ständigen Medienpräsenz über die Kings League geprägt ist.
'Ich bin eine loba': ein aufruf zur selbstbestimmung
Besonders diskutiert werden Shakiras Antworten auf die Kritik an ihren Songs, insbesondere an der kontroversen 'BZRP Music Sessions #53'. Sie enthüllte, dass ihr Management ihr sogar geraten hatte, die Texte abzumildern. Ihre Antwort war unmissverständlich: „Ich bin eine Künstlerin. Ich bin eine Frau. Und ich bin eine Loba, die verletzt ist. Und niemand sollte mir sagen, wie ich meine Wunden lecken soll.“ Mit diesen Worten sendet die Kolumbianerin eine Botschaft der Stärkung weiblicher Selbstbestimmung und lehnt die Vorstellung ab, dass Frauen Schmerz auf „unterwürfige“ oder stille Weise ertragen sollten.
Obwohl Gerüchte über eine verbesserte Kommunikation zwischen den beiden zum Wohle ihrer Kinder kursieren, betont Shakira, dass Heilung „viele Jahre dauert“. Sie hat gelernt, dass man „glücklich sein kann, selbst mit einer Wunde, die nicht heilt“. In Bezug auf die Liebe gibt sie zu, dass ihr nach den Erlebnissen „keine Männer gefallen sollten“, scherzt aber, dass sie weiterhin offen für „Freunde“ sei, eine feste Beziehung aber derzeit nicht in ihren Plänen stehe. Die Zeit wird zeigen, ob sie ihren Weg wirklich gefunden hat, aber eines ist klar: Shakira ist zurück – und stärker denn je.
