Sexuelle belästigung nach em-spiel: mt melsungen jagt täter
Die Rothenbach-Hall war noch nicht abgekühlt, da schlug die nächste Welle zu – diesmal nicht auf dem Feld, sondern auf den Rängen. Eine Frau wurde nach dem Europapokal-Crash gegen Skopje sexuell belästigt, der Verein sucht nun mit Hilfe der Fans nach dem Täter.
„Das darf nicht passieren“, sagt vorstand mohr
Die Sirene war seit 25:34 verklungen, als sich eine Zuschauerin laut Mitteilung der MT Melsungen auf dem Weg zum Ausgang befand. Wenige Meter von der Gästekabine entfernt packte ein Skopje-Anhänger zu – befreundete Hände, feindliche Absicht. Der Vorfall blieb nicht unbemerkt, doch der Täter entkam im Gewühl.
Andreas Mohr, Vorstand der MT, reagiert mit deutlichen Worten: „Unsere Sportart steht für Fairness und familiäre Atmosphäre. Wer Grenzen missachtet, ist hier fehl am Platz.“ Der Verein veröffentlichte am Mittwochmorgen Fotos der Überwachungskameras und bittet Zeugen, sich per E-Mail oder Hotline zu melden.

Die zahl der anzeigen steigt – auch im handball
Laut Polizeistatistik Hessen stieg die Zahl der sexuellen Übergriffe bei Sportveranstaltungen seit 2020 um 18 Prozent. Der Handball galt lange als Insel der Ruhe – diese Illusion zerplatzt gerade. „Wir haben Sicherheitskräfte verstärkt, zusätzliche Kameras installiert und schulen Ordner neu“, kündigt Mohr an. Die Kosten dafür trägt der Verein komplett selbst.
Die betroffene Frau erhielt nach dem Vorfall sofort psychologische Betreuung. „Sie stand noch lange unter Schock“, sagt Mohr. Die MT will sie nicht allein lassen und bietet auch Rechtsbeistand an.

Skopje siegt zweimal – sportlich und moralisch?
Während Vardar Skopje mit dem 34:25-Sieg direkt ins Viertelfinale der EHF European League einzieht, steht der Klub unter Druck. Die mazedonische Delegation distanzierte sich per Pressemitteilung, doch konkrete Unterstützung bei der Täterfahndung bleibt aus. Die MT droht mit Ausschluss künftiger Fanreisen der Skopje-Fangruppe, sollte der Mann nicht identifiziert werden.
Die Rothenbach-Hall ist keine Festung, aber sie soll ein sicherer Ort bleiben. Wer dort Gewalt verbreitet, fliegt raus – für immer. Und die MT Melsungen hat bewiesen: Sie meint es ernst. Das nächste Heimspiel steht am 5. April an – dann werden zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Die Botschaft ist klar: Kommt friedlich, oder kommt gar nicht.
