Sexismus im fußball: mehr als nur kommentare

Marie-Louise Eta, erste Bundesliga-Cheftrainerin – ein historischer Moment, der gleichzeitig ein erschreckendes Spiegelbild der Realität im deutschen Männerfußball wirft. Die Häufung sexistischen Unrats in den Kommentarspalten ist nur die Spitze des Eisbergs. Es geht um tief verwurzelte Strukturen, die Frauen im Sport immer wieder behindern.

Horst heldt und die kunst der ausflucht

Union Berlins Geschäftsführer Horst Heldt verkündete mit der Bemerkung, er „weigere sich auch, das zu lesen“, eine Haltung, die wenig Mut beweist. Es ist eine bequeme Ausrede, um sich der unangenehmen Wahrheit zu entziehen: Sexismus ist im Fußball der Männer allgegenwärtig. Nicht nur in den sozialen Medien, sondern in den Strukturen, der Kultur und den Denkmustern.

Die Tatsache, dass Heldt überhaupt erst darauf angesprochen werden muss, zeigt das Ausmaß des Problems. Es ist nicht genug, die Augen vor den Kommentaren zu verschließen. Es gilt, die Ursachen zu bekämpfen.

Die erwartungshaltung: immer schon anders

Die erwartungshaltung: immer schon anders

Die Reaktionen auf Marie-Louise Etas Verpflichtung verdeutlichen ein weiteres Problem: Eine Frau in einer Führungsposition im Fußball wird anders beurteilt als ein Mann. Ihr Erfolg wird nicht als Selbstverständlichkeit gesehen, sondern als Ausnahme. Scheitert sie, wird ihr Versagen nicht als Folge unglücklicher Umstände oder taktischer Fehler wahrgenommen, sondern als Beweis, dass Frauen grundsätzlich nicht für diesen Job geeignet sind. Das ist eine ungerechte und diskriminierende Haltung.

Die Erwartung, dass Frauen sich