Sevilla zögert, almeyda fallen zu lassen – der abstiegsblick macht den job zum poker

Matías Almeyda sitzt auf glühenden Kohlen. Das 0:2 gegen Valencia war kein Ausrutscher, es war die Quintessenz eines Trainingslagers, das seit Wochen nicht mehr funktioniert. Drei Punkte trennen den FC Sevilla vom Strafraum der Liga, und genau diese Zahl jagt den Verantwortlichen Angst ein.

Der kredit ist abgelaufen

Die Fans sangen noch vor einem Monat seinen Namen, heute flüstern sie über Ersatzmodels. Radio MARCA Sevilla erklärt die Entlassung für „nur noch Formsache“, nennt Luis García Plaza als Wunschkandidaten und wirft Manolo Jiménez sowie Diego Martínez in den Ring. Dahinter steckt ein simpler Reflex: Wer das Spiel gegen Valencia gesehen hat, weiß, dass Corberáns Mannschaft keinen Finger krumm machte – sie lief einfach vorbei.

Almeyda selbst spielt Roulette mit offenen Karten. „Wenn die Lösung mein Abgang ist, kein Problem“, sagte er nach Abpfiff. Keine Trainingsboykotte, keine Anwälte, nur ein Trainer, der die Brisanz seiner Lage erkannt hat. Das Problem: Die Kasse ist leer. Dreijahresvertrag hin oder her – die Ausstiegsklausel frisst Geld, das der Klub für Winterverpflichtungen braucht.

Die kabine hält die stange, der vorstand nicht

Die kabine hält die stange, der vorstand nicht

Antonio Cordón, Sportdirektor und langjähriger Bewunderer des Argentiners, hält weiter die Fahne hoch. Doch der Verwaltungsrat rechnet laut Insidern mit einem Abstiegsrisiko von 35 Prozent, sollte der Trend anhalten. Die interne Simulation sieht so aus: vier Niederlagen bis Weihnachten, Platz 16, minus 20 Millionen Euro TV-Pool. Da erscheint die fristlose Kündigung plötzlich günstiger als ein weiteres Experiment.

Der Countdown läuft auf die Copa-Finalpartie gegen Oviedo nach Länderspielpause. Gewinnt Sevilla, erhält Almeyda eine Galionsfigur. Verliert man, reicht ein Telefonat, um seine Zeit in Andalusien zu beenden. Bis dahin trainiert er weiter, als gehöre alles ihm – während die Geschäftsführung schon Listen mit potenziellen Nachfolgern durchgeht.

Die Lage ist klar: Der Bonaerense steht mit dem Rücken zur Wand, aber die Mauer selbst ist aus Papier. Der Abstieg würde teurer kommen als seine Abfindung. Deshalb steht Sevilla vor einem Poker, bei dem die Karten bereits auf dem Tisch liegen – und nur der Zeitpunkt des Aufdeckens fehlt.