Sevilla schaltet nach rettung sofort auf sieg um

Kein Sekunden-Atemholen. Nach dem 2:1 gegen Espanyol, der den zweiten K.o.-Krimi binnen vier Tagen überstand, flog der Ballkorb schon wieder auf den Kunstrasen: Der FC Sevilla beginnt am Montag die Vorbereitung auf Villarreal, wo am Mittwoch die nächste Endspiel-Atmosphäre wartet.

Die zahlen, die garcía plaza nicht schlafen lassen

Seit der 0:3-Pleite in Pamplona haben die Nervionenses 180 Minuten auf höchstem Niveau gezockt – mit nur drei Tagen Regeneration dazwischen. Die Laktatwerte einiger Starter lagen laut interner Messung bei über 12 mmol/l, ein Wert, der normalerweise eine Woche Pause rechtfertigt. Doch der Kalender fragt nicht. Gegen Villarreal (Mittwoch, 19.00 Uhr) und am Sonntag gegen Real Madrid (ebenfalls 19.00 Uhr) geht es um den letzten Schub Punkte, der den Klassenerhalt vorzeitig besiegeln könnte.

Trainer Luis García Plaza muss also priorisieren. Isaac Romero, der Lebrijano, kam gegen Espanyol nicht über 45 Minuten hinaus. „Wir dachten, die Oberschenkelprellung wäre abgeklungen, aber er hat wieder angegeben“, sagt der Madrilene. „Vielleicht gönnen wir ihm 72 Stunden komplette Ruhe.“

Bankspieler wurden zu lebensversicherungen

Bankspieler wurden zu lebensversicherungen

Die personelle Lage zwingt García zur Rotation, was ihn nicht stört – im Gegenteil. „In Pamplona war die Bank ein Risiko, in den letzten beiden Spielen unsere Versicherung“, bilanziert er. Akor Adams und Alexis schossen den Sieg gegen Espanyol heraus, Januzaj lief 20 Sprintduelle in höchster Geschwindigkeit. Die Statistik: Ersatzspieler erzielten in den beiden Final-Partien 100 % der Tore.

García will diesen Teamgeist mitnehmen nach Villarreal. Die Gelb-Submarinos haben zuhause die drittbeste Bilanz der Rückrunde (7-2-1), kassierten aber in den letzten 270 Minuten fünf Gegentore – durch hohes Pressing erzwungene Ballverluste im Aufbauspiel. Genau dort will der Sevilla-Coach zustechen.

Der finale sprint: 180 minuten, die über eur 50 mio. entscheiden

Der finale sprint: 180 minuten, die über eur 50 mio. entscheiden

Verliert der Klub beide Partien und Celta Vigo gewinnt sein Nachholspiel, rutscht Sevilla auf Relegationsplatz 18. Der TV-Topf würde um rund 45 Millionen Euro schrumpfen, dazu kämen Mindereinnahmen aus Ticketverkäufen und Sponsoring. „Das ist kein Druck, das ist Realität“, sagt García knapp. Am Dienstag gibt der Trainer vor der Abreise nach Castellón sein letztes Pressestatement – dann wird klar sein, wer neben Isaac noch geschont wird und wer die anstehenden 180 Saison-Minuten durchboxt.

Für die Fans bleibt ein Trost: Wer die beiden Herzschlag-Finale überstand, darf jetzt auch gegen Real Madrid träumen. Und wenn alles klappt, feiert Sevilla am 26. Mai bereits sicherer Klassenerhalt – statt mit schweißnassen Händen nach Vigo zu fahren.