Sever schreibt trotz bieler frühjahrs-aus weiter: wm-ticket in fribourg fix im visier

Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt – Die Play-off-Luft ist raus, die Träume bleiben. Mark Sever knallte dem SC Bern im Hinspiel zwei Pucks rein, verabschiedete sich mit erhobenem Kopf – und flüstert schon vom nächsten Einsatz: Slowenien, Mai, Schweiz.

Der durchbruch kam mit dem schlusspfiff

21 Spiele National League, 13 Punkte, ein Tempo, das selbst die erfahrenen Verteidiger der Hauptstädter alt aussehen ließ. Sever lief nicht einfach mit, er jagte. Fünf Tore, acht Vorlagen, alles in 13:24 Minuten Eiszeit pro Partie – Zahlen, die bei einem 21-Jährigen selten sind. Biel scheiterte am Ende an der Defensive, nicht an ihm.

Im kleinen Kabinen-Gang hinter der Patinoire hielt er die Playstation-Controller noch in der Hand, als er die Frage nach der WM hörte. Antwort kam sofort, ohne Umschweife: „Letztes Jahr habe ich den Cut knapp verpasst. Diesmal bin ich bereit.“ Die Gruppe seiner Nationalmannschaft spielt in Fribourg – ein Katzensprung von Biel, ein Heimspiel im Ausland.

Die geschwindigkeit ist kein zufall

Die geschwindigkeit ist kein zufall

Sever trainierte sich während der Corona-Pause mit Sprint-Circuit auf dem Seeland-Radweg fit. Keine Wellnesspause, keine Ausreden. Er war der einzige Bieler, der nach dem 4:3 gegen Bern noch freiwillig Eiszeit nahm, weil „die Beine noch nicht genug hatten“. Coach Antti Törmänen nannte ihn intern „Energizer auf Kufen“. Die Scouting-Abteilung aus Ljubljana hat die Excel-Listen längst aktualisiert.

Jetzt heißt es: erst Erholung, dann WM-Vorbereitung. Sever weiß, dass Slowenien auf schnelle Flügel setzt. Mit 1,83 m und 82 kg bringt er Masse mit, die ihm erlaubt, auch an der Bande zu gewinnen. „Ich mache keine halben Sachen mehr. Entweder ich spiele in der Schweiz oder ich fliege nach Hause – das weiß ich schon vorher.“

Die Play-In-Niederlage schmerzt. Aber die Uhr tickt schon weiter. Wenn die WM-Puck am 9. Mai fallen, will Sever bereits im Slowenen-Dress stehen. Biel kann die Saison abhaken, er nicht. Sein nächstes Spiel zählt fürs Land, die Karriere, vielleicht auch für einen neuen NL-Vertrag. Die Zahlen hat er geliefert, die Geschwindigkeit auch. Jetzt liegt das Heft in der Hand des slowenischen Stabes – und der Schweizer Fans in Fribourg werden ihn live erleben.