Serie b: 15 trainerwechsel – die liga, die nie zur ruhe kommt
Fünfzehn. So viele Trainer hat die Serie B in dieser Saison bereits verschlissen – und es sind noch sechs Spieltage zu gehen. Lorenzo Rubinacci ist der jüngste Name auf dieser Liste, entlassen bei der Reggiana, die wie Padova und Spezia die Länderspielpause nutzte, um die Reißleine zu ziehen. Drei Entlassungen in wenigen Tagen, alle mit demselben verzweifelten Kalkül: Vielleicht rettet uns ein neuer Impuls.
Eine liga, in der trainerposten wie wegwerfware behandelt werden
Von zwanzig Vereinen haben zehn in dieser Spielzeit den Trainer gewechselt. Fünf davon sogar zweimal. Das ist kein Zufall und auch kein Ausrutscher – das ist das Grundmuster dieser Liga. Die Tabelle ist so eng, dass ein einziger Spieltag Teams von der Aufstiegszone bis in den Abstiegskampf schleudern kann. Und genau diese Enge macht Vereinsverantwortliche nervös. Zu nervös, manchmal.
Die Zahlen der vergangenen Jahre sprechen eine deutliche Sprache: In der Saison 2022/23 gab es 23 Entlassungen, mit Interimslösungen sogar 26. Den historischen Rekord hält die Spielzeit 2011/12 mit 28 Trainerwechseln – allerdings bei 22 Vereinen. Letztes Jahr waren es 20, davor 19. Die aktuelle Saison liegt mit 15 bislang im unteren Bereich dieser traurigen Statistik, aber die sechs verbleibenden Spieltage werden noch für Bewegung sorgen.

Sampdoria, bari, empoli – drei vereine mit drei trainern
Wer den wahren Irrsinn dieser Saison verstehen will, schaut auf Sampdoria. Lombardo ist bereits der siebte Trainer seit Beginn der vergangenen Spielzeit. Sieben. Die Genueser haben in weniger als zwei Jahren mehr Trainer durchgeschleust als manche Bundesligisten in einem Jahrzehnt. Gregucci und Foti kamen im Oktober als Duo, ersetzten Massimo Donati – und wurden nun selbst von Lombardo abgelöst.
Beim Bari führt Longo seit zwölf Spieltagen das Kommando, nachdem Caserta und Vivarini gescheitert waren. Auch Empoli erlebt seinen dritten Trainer: Caserta übernahm nach den Episoden mit Pagliuca und Dionisi.

Die drei jüngsten fälle: padova, spezia, reggiana
Padova verabschiedete Andreoletti nach vier Niederlagen in Folge – ausgerechnet jenen Mann, der den Klub aus der Serie C heraufgeführt hatte. Roberto Breda soll es richten. Spezia holte D'Angelo zurück, den einzigen Trainer in dieser Saison, der zur selben Mannschaft zurückkehrt, nachdem Donadoni die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Und bei der Reggiana übernimmt Bisoli, der Rubinacci ablöst – der selbst erst in der 24. Runde für Dionigi eingesprungen war.
Alle drei Vereine stecken im Abstiegskampf. Alle drei wetten darauf, dass sechs Spieltage noch genug Zeit sind.

Lichtblicke und eine bemerkenswerte ausnahme
Nicht alle Wechsel waren Krisenreaktionen. Avellino holte Ballardini für Biancolino – und kassierte seitdem drei Siege in vier Spielen. Cesena setzte auf Ashley Cole, der nach einem erschreckenden Debüt gegen Mantova zuletzt mit einem Sieg gegen Catanzaro die Playoff-Plätze festigte.
Und dann ist da noch Entella. Der einzige Abstiegskandidat, der seinen Trainer nicht gewechselt hat. Chiappella sitzt seit dem ersten Spieltag auf der Bank – und die Ligurer kämpfen noch immer mit reellen Chancen auf den Klassenerhalt. Manchmal ist Kontinuität eben doch die radikalste Entscheidung, die ein Verein treffen kann.
Fünfzehn Entlassungen, sechs Spieltage, ein Chaos, das System hat. Die Serie B ist keine Liga für schwache Nerven – weder auf dem Platz noch auf der Trainerbank.
