Semper bleibt – aber auf schalke: leipzig droht der abstieg, der nationalspieler zittert
Franz Semper unterschrieb im Herbst zwei Jahre, 24 Monate voller Zuversicht. Heute, zwölf Spieltage vor Schluss, steht der SC DHfK auf der Abstiegsrampe, und Semper fragt sich, was aus seinem Bundesliga-Vertrag wird, wenn die Rampe zur Falltür wird.
Der rechte Rückraumschütze mit dem Nationalteam-Ticket und 111 Treffern bei 54,15 Prozent Quote sollte das Gesicht des Aufschwungs werden. Stattdessen wird er zum Gesicht eines möglichen Desasters. Denn sein Papier gilt nur für die erste Liga. Steigt Leipzig ab, wird der Vertrag sofort wertlos. Die Klausel ist hart, aber üblich – wer in Frühjahrsliga zwei plant, verhandelt nicht mit Zweitliga-Konditionen.
Die personalabteilung dreht am thermometer
Intern laufen bereits Gespräche, wie man Semper auch in der 2. Liga als Leitfigur erhalten kann. Geschäftsführung und Berater tauschen Eckdaten aus, aber kein neues Angebot liegt auf dem Tisch. Die Hürde: Die meisten Bundesliga-Klubs haben ihre Kader für 2024/25 längst dicht. Wer jetzt noch einen Linksaußen oder Abwehrchef sucht, hat sich verkalkuliert. Ein Nationalspieler dagegen wäre noch ein Adrenalinschuss – wenn die Liga stimmt.
Am Sonntag um 15 Uhr empfangen die Leipziger den ThSV Eisenach. Das ist kein Derby im klassischen Sinn, es ist ein Sechspunkte-Knockout. Verliert der SC DHfK, wächzt der Abstand auf das rettende Ufer auf fünf Punkte. Dann reicht selbst eine kleine Serie nicht mehr, dann braucht es ein Wunder – oder eben die zweite Liga.

Die nationalmannschaft schaut mit
Bundestrainer Alfred Gislason hat Semper in den letzten Turnieren stets mitgenommen, weil seine Variabilität in der 3-2-1-Deckung selten ist. Fällt Semper für ein Jahr in die Zweitklassigkeit, fällt er auch aus dem automatischen Kader für die Heim-WM 2025. Die Konkurrenz hinter Rechtsaußen Kastening und Häfner ist dünn, aber nicht lebensmüde. Ein Jahr ohne Euro-League, ohne Top-Spiele, ohne TV-Echo – das nagt an der Wahrnehmung, und die WM findet nicht in der Redaktion von Leipzig 2 statt.
Semper selbst gibt sich öffentlich loyal: „Leipzig ist meine sportliche Heimat. Ich will mithelfen, dass wir unseren Weg weitergehen.“ Der Weg führt momentan nach unten. Und wenn er am Ende doch noch knallt? 111 Tore sprechen eine klare Sprache, aber Tore zählen nur, wenn sie Punkte bringen. Sonst bleibt nur der Satz auf dem Vertrag – und die Frage, ob zwei Jahre in Liga zwei das Ticket nach Berlin wert sind.
