Segaerts coup: movistar erneut chancenlos beim giro!
Novi Ligure – Alec Segaert vom Bahrain Victorious hat auf der 12. Etappe des Giro d’Italia für eine der überraschendsten Überraschungen dieser Saison gesorgt. Der junge Belgier vollführte einen nahezu perfekten Plan und ließ die Sprinter-Elite im Staub zurück, während Movistar einmal mehr mit leeren Händen dastand. Ein Rennen voller unerwarteter Wendungen und verpassten Gelegenheiten – wir analysieren die wichtigsten Momente.
Die segaert-show: ein signature move wird geboren
Es war die Attacke eines Strategen. Segaert, der sich bereits bei früheren Rennen durch seine knackigen Solovorstöße auszeichnete, wählte den perfekten Moment für seinen Angriff: kurz vor einer engen Rechtskurve, als das Visma-Team das Tempo drosselte, um Jonas Vingegaard sicher ins Ziel zu bringen. Mit einem fulminanten Ausreißer nach links riss er eine Lücke, die sich trotz der Bemühungen der anderen Teams nicht mehr schließen ließ. Seine Taktik, die er bereits in Nokere Koerse und Grand Prix Denain erfolgreich einsetzte, wird nun wohl als sein „Signature Move“ gefeiert.
„Ich wusste, dass das eine gute Stelle im Parcours ist“, grinste Segaert im Siegerinterview, „und ich war sehr glücklich über die Entwicklung des Rennens im Anstieg. Das hohe Tempo hat meine Teamkollegen der Sprinterteams am Limit gebracht – meine Chance zum Angriff!

Movistar im niemandsland: eine spirale der enttäuschung
Während Bahrain und UAE ihre Helfer in den Vordergrund stellen, scheint Movistar in einer Abwärtsspirale gefangen. Bereits auf der ersten italienischen Etappe in Kalabrien hatten sie das Tempo diktiert, nur um im Sprint von Aular geschlagen zu werden. Auch in Potenza investierten sie viel Kraft, nur um erneut leer auszugehen. Auf der 12. Etappe schien sich das Muster zu wiederholen: Movistar sortierte die Sprinter aus, doch am Ende jubelte Bahrain über den Sieg von Segaert. Ein Teufelskreis der verpassten Chancen.
Die bittere Wahrheit: Movistar scheint unfähig, das Momentum zu nutzen und aus ihren Anstrengungen Kapital zu schlagen. Stattdessen profitieren andere Teams von ihrer Arbeit und feiern Siege.

Die sprinter-krise: ein giro ohne massensprints
Die Sprinter beim Giro d’Italia 2026 haben das Nachsehen. Nach den ersten Erfolgen von Paul Magnier sind seitdem keine Massensprints mehr zu sehen gewesen. Stürze, harte Etappenprofile und taktische Spielchen haben die Chancen der schnellen Männer zunichte gemacht. Selbst Top-Sprinter wie Jonathan Milan und Paul Magnier ringen um Punkte in der Punktewertung, während die Konkurrenz profitiert.
Bernhard Eisel, Sportdirektor von Lidl-Trek, thematisierte die Situation am Mikrofon: „Man muss gestehen, dass ein oder zwei Mann bei Johnny hätten bleiben sollen.“ Die Zeit läuft für die Sprinter ab – die verbleibenden Etappen in Mailand und Rom bieten zwar noch die Chance auf einen Massensprint, doch die Zeichen stehen nicht gut.
Afonso Eulálio von Bahrain Victorious, der sich am Red Bull Kilometer sechs Sekunden Zeitbonus sicherte und nun im Maglia Rosa führt, teilt sich nun das Zimmer mit Segaert – ein Zeichen der aktuellen Erfolgsströme im Team. Die Frage ist: Kann Eulálio seine Führung bis zum Ende verteidigen, oder wird noch ein anderer überraschen?
Die 12. Etappe hat eines deutlich gezeigt: Dieser Giro ist kein Rennen für Sprinter. Es ist ein Rennen für Taktiker, Ausreißer und Überraschungen. Und Alec Segaert hat bewiesen, dass er einer der besten darin ist.
