Schwimm-em: russen und belarussen starten weiterhin als neutrale!

Ein Hickhack um die Teilnahme russischer und belarussischer Athleten bei den Schwimmeuropameisterschaften in Paris (31. Juli – 16. August) hat ein Ende: Sie werden vorerst weiterhin als neutrale Sportler antreten. Die Entscheidung des Europäischen Schwimmverbands (European Aquatics) verlängert die Ausnahmeregelung, die bereits auf die Olympischen Spiele in Paris ausgedehnt wurde.

Zögerliche umsetzung internationaler beschlüsse

Zögerliche umsetzung internationaler beschlüsse

Während World Aquatics, der internationale Schwimmverband, bereits am 13. April die Wiederzulassung von russischen und belarussischen Teams mit ihren Nationalfarben und dem Nationalhymnus beschlossen hatte – eine Entscheidung, die auf breite Kritik gestoßen war –, zögert European Aquatics bei der Umsetzung. Die Direktorenkonferenz des europäischen Verbands hat nun beschlossen, die Wiedereingliederung auf den 1. September zu verschieben. Dieser Schritt ist eine direkte Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen.

Die Konsequenz für Paris: Russische und belarussische Schwimmer, die die aktuellen Teilnahmebedingungen erfüllen, werden weiterhin als „Athlete Neutral“ (AIN) starten. Das bedeutet, sie treten ohne die Flagge und Hymne ihres Landes an. Die Europameisterschaften in Paris, die gemeinsam von European Aquatics und dem französischen Schwimmverband ausgerichtet werden, unterliegen somit dieser Sonderregelung.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die politische Lage weiterentwickelt und ob die Entscheidung von European Aquatics auf weitere Sportveranstaltungen übertragen wird. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die europäischen Verbände einen eigenen Weg gehen oder sich den internationalen Regeln anpassen. Ein Faktum ist jedoch: Die Debatte um die Teilnahme russischer und belarussischer Sportler wird das Sportgeschehen weiterhin begleiten.

Bei den Weltmeisterschaften in Peking im Dezember sollen die Athleten aus Russland und Belarus hingegen bereits wieder unter ihrer Nationalflagge starten dürfen – ein Zeichen dafür, dass die internationale Sportwelt sich langsam wieder normalisiert, auch wenn die politischen Spannungen weiterhin bestehen. Die Frage, wie lange diese Normalisierung andauern wird, bleibt offen.