Schweizer olympia-sensation: mehr als erwartet in mailand-cortina
- Schweizer olympia-sensation: mehr als erwartet in mailand-cortina
- Emotionen und kritik: ein balanceakt
- Ein blendender start mit franjo von allmen
- Die ersten medaillenregen
- Franjo von allmen: der unsterbliche held
- Slalom-nation schweiz
- Weitere erfolge und überraschungen
- Starke leistungen in verschiedenen disziplinen
- Eine sensation zum abschluss
- Rang 8 im medaillenspiegel – und ein überraschendes ergebnis
Schweizer olympia-sensation: mehr als erwartet in mailand-cortina
Mit 6 Goldmedaillen, 9 Silbermedaillen und 8 Bronzemedaillen haben die Schweizer Athleten an den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina für eine unglaubliche Überraschung gesorgt. Vor den Spielen wurden zwar Hoffnungen auf eine gute Platzierung gehegt und sogar über das Übertreffen des alten Rekords gesprochen, doch das Zerreißen der bisherigen Bestmarke von 15 Medaillen schien unrealistisch. Die Spiele waren geprägt von intensiven Emotionen, und die Leistungen wurden in der Schweiz aufmerksam verfolgt – und teils auch kritisch beäugt.
Emotionen und kritik: ein balanceakt
Obwohl die Diskussionen über die Qualität der Leistungen geführt werden können, sollte eines nicht vergessen werden: Die zahlreichen Siegerehrungen wären ohne die starken Leistungen der Schweizer Athleten schlichtweg nicht möglich gewesen. Die Erwartungen an die Medaillenanzahl lagen im Vorfeld deutlich niedriger. Im Sport entscheidet oft der kleinste Unterschied – Hundertstel oder Zentimeter können über Gold oder Niederlage entscheiden. Die Schweizer Fans mussten dies schmerzlich erfahren, insbesondere durch zahlreiche vierte Plätze, wie bereits bei den Sommerspielen in Paris 2024 zu beobachten war.

Ein blendender start mit franjo von allmen
Trotz der vielen vierten Plätze gab es auch unzählige Momente des Jubels. Der Auftakt der Spiele verlief aus Schweizer Sicht geradezu blendend. Die Männerabfahrt war die erste Medaillenentscheidung, und Franjo von Allmen krönte sich mit einer beeindruckenden Fahrt zum ersten Olympiasieger 2026. Dies war der Beginn einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte.
Die ersten medaillenregen
Am zweiten Tag gab es zwar keinen Schweizer Jubel, doch am dritten Tag folgte der nächste Höhepunkt. Erneut war es Franjo von Allmen, der jubeln durfte, diesmal jedoch dank Tanguy Nef, der im Team-Kombi-Slalom eine herausragende Leistung zeigte und die Goldmedaille sicherte. Das Duo Marco Odermatt und Loïc Meillard ergänzte den Erfolg mit Silber. Doch damit war der Schweizer Medaillenregen noch lange nicht vorbei. Mathilde Gremaud verteidigte ihren Olympiasieg von 2022 im Slopestyle, und Gregor Deschwanden sorgte mit einem Schanzenrekord für eine überraschende Bronzemedaille.
Franjo von allmen: der unsterbliche held
Die Gefühlslage zu Beginn der Spiele war wechselhaft, was auch mit den eher schwächeren Leistungen der Schweizer Speed-Damen zusammenhing. Die Speed-Herren, allen voran Franjo von Allmen, kompensierten dies jedoch eindrucksvoll. Sein dritter Goldtriumph am fünften Tag rundete die Traumbilanz ab, und auch Marco Odermatt durfte mit Bronze ein zweites Mal feiern. Die folgenden Tage ohne Edelmetall blieben angesichts der bisherigen Erfolge in den Hintergrund.
Slalom-nation schweiz
Marco Odermatt sicherte sich mit Silber im Riesenslalom und Loïc Meillard mit Bronze im selben Rennen die Medaillen Nummer 8 und 9 für die Schweiz. Die Schweiz etablierte sich plötzlich als Slalom-Nation. Nach einer weiteren Medaillenpause sorgte Loïc Meillard mit dem ersten Schweizer Slalom-Olympiasieg seit Edy Reinalter 1948 für neue Begeisterung.
Weitere erfolge und überraschungen
Nach weiteren Tagen ohne Medaillen folgte ein Silberdoppelpack. Nadine Fähndrich und Nadja Kälin sicherten sich im Teamsprint den zweiten Platz, und Camille Rast sorgte im Slalom mit der ersten Ski-Alpin-Frauenmedaille des Turniers für zusätzliche Freude. Am 19. Februar begann dann der eigentliche Medaillen-Marathon. Marianne Fatton krönte sich zur Olympiasiegerin im Ski Mountaineering und bewies, dass die Schweiz auch in neuen Disziplinen konkurrenzfähig ist. Das Frauen-Hockey-Nationalteam gewann Bronze und veredelte diesen Tag.
Starke leistungen in verschiedenen disziplinen
Auch am Freitag gab es drei Schweizer Medaillen zu bejubeln. Fanny Smith hielt im Skicross dem Druck stand und gewann Silber, Noé Roth im Aerials, und das Schweizer Männer-Curling-Team belohnte sich für ein starkes Turnier. In den letzten Tagen folgten weitere Erfolge, darunter Bronze für Alex Fiva im Männer-Skicross, Silber für Noé Roth im Mixed-Team Aerials und Silber im Mixed-Bewerb im Skimo durch Marianne Fatton und Jon Kistler.
Eine sensation zum abschluss
Der letzte Wettkampftag begann mit einer Sensation: Nadja Kälin sicherte sich in der Königsdisziplin über 50 km die Bronzemedaille und leitete einen weiteren erfolgreichen Schweizer Tag ein. Das Bobteam um Michael Vogt brillierte ebenfalls und sprang von Rang 4 auf Rang 3. Obwohl das Curling-Team Tirinzoni das Finale verlor, trübte dies die starke Leistung nicht. Die Schweiz bewies, dass sie mehr als nur eine Ski-Nation ist. Neben den acht Medaillen im Ski Alpin kamen weitere 14 Medaillen aus sieben anderen Disziplinen.
Rang 8 im medaillenspiegel – und ein überraschendes ergebnis
Mit 23 Medaillen belegt die Schweiz im Medaillenspiegel den 8. Rang. Eine spielerische Berechnung, bei der die Medaillen pro Einwohner berücksichtigt wurden, katapultierte die Schweiz sogar auf den 4. Rang – hinter Norwegen, Slowenien und Schweden. Die Schweiz ist eines von nur sieben Ländern, das mehr Medaillen als Millionen Einwohner gesammelt hat. Ein beeindruckendes Ergebnis, das die Stärke des Schweizer Sports unterstreicht.
