Schweiz dominiert skicross-weltcup und lässt frankreich alt aussehen
Die Schweiz hat die Skicross-Saison 2023/24 gekapert – und das mit einem Punktepolster, das selbst Frankreich schwindelig macht. 4250 Zähler, 149 vor den Galliern, 279 vor Kanada. Das ist keine Statistik, das ist eine Demonstration.
Fanny smiths silberpfeil zieht das ganze team hinterher
Fanny Smith jagt seit Jahren durch die Kurven wie ein Silberpfeil, doch diesmal schleppt sie nicht nur sich, sondern ein ganzes Land mit. Rang vier in der Einzelwertung – viele würden jubeln, sie nickt nur knapp. Denn Smith weiß: Ihre Spur zieht. Saskja Lack (7.) und Talina Gantenbein (10.) folgen im Sog, bilden ein Dreiergespann, das den Gegnern die Sicht versperrt. Die Konsequenz: Teamwertung Gold, Nationenwertung Gold, Olympiastimmung pur.
Männer? Auch vertreten. Alex Fiva, 40 Jahre alt, 20 Jahre Erfahrung, fünfter in der Disziplinenwertung. Ryan Regez, Olympiasieger 2022, zwölft – kein Grund zur Klage, sondern ein Beweis für die Breite im Kader. Hinter jedem jungen Sprinter steht ein Veteran, der ihm die Linie vorgibt. So entsteht ein Zug, der nicht leichtfertig zu stoppen ist.

Die 4250 punkte sind kein zufall – sie sind ein trainingsplan
Was wirkt wie magische Zahlen, ist harte Arbeit in Schneestürmen, Fitnesskellern und auf vereisten Rollbahnen. Swiss-Ski-Cheftrainer Thomas Stauffer lässt seine Athleten nicht einfach fahren, er lässt sie rechnen: Splitsekunden, Windwinkel, Schneetemperatur. Wer 4250 Punkte sammelt, hat jede einzelne davon verdient.
Die Franzosen mögen näher dran sein als je zuvor, doch die Lücke von 149 Punkten ist ein Spiegel der Nervenstärke. In jedem Finale, wo Smith vorbeisaust, in jedem Heat, den Lack souverän kontrolliert, schmelzen die Hoffnungen der Konkurrenz. Kanada? Dritter Platz, 279 Punkte Rückstand – ein Kontinent, der plötzlich kleiner wirkt.
Und während die Follower auf Instagram „Heimat stolz“ schreiben, sitzt Saskja Lack bereits mit ihrem Coach in der Videoanalyse. Nächste Saison? Schon geplant. Denn wer einmal 4250 Punkte geschrieben hat, will nicht weniger, sondern mehr. Die Schweiz hat den Skicross-Weltcup nicht nur gewonnen – sie hat ihn verlegt, neu bemessen und sich selbst zum Maßstab erklärt.
