Deschamps zerstört hernández' selbstlob – wm-kampf beginnt im kabinengang
Lucas Hernández wollte nur Stimmung machen, stattdessen löste er eine Lehrstunde aus. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps unterbrach die Siegesparty nach dem 3:1 gegen Kolumbien, um seinem Abwehrspieler öffentlich die Leviten zu lesen: „Ich spreche sofort mit ihm.“
Die szene, die alles auslöste
Hernández hatte sich nach zwei Siegen in den USA über die eigene Offensive geschwärmt: „Vom Torhüter bis zum Angriff ist das außergewöhnlich. Wenn Sie mich fragen, ob das die beste Offensive der Welt ist – natürlich ist sie das.“ Ein Satz, der Deschamps beim Magen zog. Auf der Pressekonferenz schoss der Weltmeister-Coach zurück: „Es geht nicht darum, zu glauben, besser zu sein, als man ist. Wir müssen bescheiden bleiben.“
Die Warnung kommt nicht von ungefähr. Vor zehn Wochen musste Ghana den Trainer rausschmeißen, nachdem die Black Stars trotz Talent gegen Deutschland verloren. Deschamps will verhindern, dass aus Selbstvertrauen Überheblichkeit wird – und das noch vor der WM 2026, für die Frankreich laut Buchmachern fest im Favoritenkreis steht.

Die zahl, die deschamps nicht schmeckt
Acht bis zehn Teams hat der Coach identifiziert, die ebenfalls Weltmeister werden können. Die Botschaft: Ein paar schöne Tore in Friendlies reichen nicht. „Wir müssen auch tatsächlich besser sein“, sagt er und stichelt gegen die eigene Mannschaft. Die Torschützen Doué und Thuram schweigen mittlerweile, sie wissen: Wer zu laut jubelt, fliegt schneller raus, als er „Allez les Bleus“ rufen kann.
Deschamps’ Kurs ist klar: Erst die Demut, dann der Pokertisch. Wer sich in den USA schon wie der Weltmeister benimmt, bekommt in der Kabine eins auf den Deckel. Hernández hat’s gemerkt – und die restliche Truppe auch.
