Schweden vor der wm: kann potter das blatt wenden?

Die Vorfreude auf die WM in Katar ist groß, und für Schweden könnte es ein überraschendes Comeback bedeuten. Nach verpassten Qualifikationen in den vergangenen Jahren scheint das Team von Trainer Graham Potter nun in Fahrt zu kommen – doch birgt der späte Trainerwechsel auch Risiken?

Ein angriff mit starbesetzung – und einer schwäche

Schweden hat sich über die Nations League für die WM qualifiziert, nachdem man in der eigentlichen Qualifikation hinter der Schweiz, Kosovo und Slowenien zurückgeblieben war. Das ist ein Fakt, den man nicht ignorieren darf. Viktor Gyökeres und Alexander Isak bilden einen der gefährlichsten Sturmduos in Europa. Gyökeres, der mittlerweile beim Arsenal spielt, präsentierte sich in den entscheidenden Playoff-Spielen in Topform und bewies seine Nervenstärke. Seine Treffer in der Nations League und der anschließenden Qualifikation zeigen, dass er in der Lage ist, den Unterschied auszumachen. Isak hingegen kämpft zwar mit den Folgen einer verletzungsreichen Saison bei Liverpool, bringt aber dennoch die nötige Klasse mit.

Doch die Abhängigkeit von Gyökeres ist ein Problem. Wenn er nicht in Form ist, leidet die schwedische Offensive spürbar. Das Team fehlt es oft an Alternativen und einer ausgeklügelten Spielstrategie, um seine individuellen Stärken optimal zu nutzen. Eine weitere Herausforderung stellt die taktische Flexibilität dar. Potter hat zwar bewiesen, dass er sowohl mit einer Dreier- als auch einer Viererkette arbeiten kann, aber die kurze Zeit, die ihm zur Verfügung stand, um seine Ideen zu implementieren, könnte sich als limitierend erweisen.

Potters gamble: eine wundertüte auf dem trainerbank

Potters gamble: eine wundertüte auf dem trainerbank

Die Verpflichtung von Graham Potter kam relativ spät im Zyklus, nachdem Jon Dahl Tomasson entlassen worden war. Das bedeutet, dass Potter nur begrenzte Zeit hatte, um seine Vorstellungen von Fußball in das Team einzubringen. Sein Spielstil, geprägt von Ballbesitz, aggressivem Pressing und Positionspiel, könnte Schweden einen neuen Impuls geben. Aber die Frage ist, ob er in der kurzen Zeit vor der WM in der Lage sein wird, diese Konzepte ausreichend zu verinnerlichen.

Die Vergangenheit Potters ist gemischt. Bei Brighton konnte er einiges bewegen, während sein Engagement bei Chelsea scheiterte. Dies wirft Fragen auf, ob er die notwendige Erfahrung und Kontinuität besitzt, um ein Team bei einer Weltmeisterschaft erfolgreich zu machen. Die Aufgabe, ein Team zu formen, das sowohl defensiv stabil als auch offensiv gefährlich ist, wird für Potter zur echten Bewährungsprobe.

Die Konkurrenz in Gruppe F ist groß. Neben den Niederlanden, die als klarer Favorit gelten, treffen sie auf Ukraine und Polen. Beide Nationen haben sich ebenfalls in den letzten Spielen gesteigert und verfügen über individuelle Qualitäten. Schweden wird sich also strecken müssen, um eine Chance auf den Gruppensieg zu haben.

Die Bilanz spricht für sich: In 10 Qualifikationsspielen traf Gyökeres viermal ins Netz. Das zeigt, dass er ein sicherer Torschütze ist, wenn er die Chance bekommt. Doch Fußball ist mehr als nur individuelle Klasse. Es geht um Teamwork, taktische Disziplin und die Fähigkeit, unter Druck einen kühlen Kopf zu bewahren. Ob Schweden diese Eigenschaften besitzt, wird sich in Katar zeigen.

Die Uhr tickt. Graham Potter muss schnellstmöglich eine funktionierende Einheit formen, wenn Schweden in Katar eine Überraschung schaffen will. Sonst könnte die WM für das skandinavische Team bereits nach der Gruppenphase zu Ende gehen. Die Hoffnung stirbt jedoch zuletzt, und mit Spielern wie Gyökeres und Isak im Sturm ist alles möglich.