Elfenbeinküste: faés traum von wm-sensationen

Die Elfenbeinküste stürmt das WM-Rennen – und das nicht ohne Grund. Vier erfolgreiche Testspiele vor dem Turnier, darunter Siege gegen Schottland und Frankreich, lassen aufhorchen. Kann das Team von Trainer Emerse Faé in einer vermeintlich vermeidbaren Gruppe mit Deutschland, Ecuador und Curazao für Furore sorgen?

Ein trainer mit außergewöhnlicher vita

Die Geschichte von Emerse Faé ist geradezu exemplarisch. Er gehörte bereits 2006 zum Aufgebot der Elfenbeinküste bei der ersten WM-Teilnahme des Landes, sah das Turnier allerdings von der Bank aus zu. Nach einer überraschenden Entlassung des vorherigen Nationaltrainers übernahm Faé im Januar 2024 das Ruder und führte sein Team sensationell zum Gewinn der Afrikanischen Nationenmeisterschaft. Auch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft war schlichtweg perfekt: Zehn Spiele, zehn Siege, kein einziger Gegentreffer. Faé gilt als taktisch flexibel und versteht es, seine Spieler optimal einzusetzen.

Seine Spielweise ist geprägt von schnellen Umschaltbewegungen und einer aggressiven Pressingstrategie. Die Außenverteidiger schalten sich aktiv ins Offensivspiel ein, während die Mittelfeldspieler und Flügelspieler für eine hohe Passfrequenz sorgen, um den starken Mittelstürmer in Szene zu setzen. In der Defensive setzt Faé auf ein frühes Gegenpressing, um die gegnerische Spieler zu Fehlern zu zwingen und die Räume vor dem eigenen Tor zu eng machen.

Stärken und schwächen: wo liegt das potenzial?

Stärken und schwächen: wo liegt das potenzial?

Die Defensivstärke der Elfenbeinküste in der Qualifikation war beeindruckend – null Gegentreffer in zehn Spielen. Das ist eine Leistung, die nur wenige Mannschaften vorweisen können. Besonders hervorzuheben ist die breite Torschützenverteilung: 15 verschiedene Spieler trafen für die Elfenbeinküste, was beweist, dass das Team nicht von einzelnen Stars abhängig ist. Ein ultraordinertes und physisch starkes Mittelfeld bildet zudem das Rückgrat des Teams, während Spieler wie Amad Diallo als Joker für die entscheidenden Impulse sorgen können. Diallo, der in der vergangenen Afrikameisterschaft mit seinen Dribblings neun Torchancen kreierte (4 Torschüsse, 1 Tor, 5 Vorlagen), ist ein echter Gewinn für die Offensive.

Doch auch die Elfenbeinküste hat ihre Schwächen. In den bisherigen drei WM-Teilnahmen scheiterte das Team stets in der Gruppenphase. Die Erfahrung auf höchstem Niveau ist zwar vorhanden, aber der Sprung an die Weltspitze könnte eine Hürde darstellen. In einer Gruppe mit dem haushohen Favoriten Deutschland wird es für die Elfenbeinküste eine große Herausforderung, die nächste Runde zu erreichen. Die fehlende Kreativität im zentralen Mittelfeld und die Schwierigkeiten, tiefstehende Gegner zu knacken, könnten zum Verhängnis werden.

Simon adingra: der schlüsselspieler

Simon adingra: der schlüsselspieler

Ein Mann, der besonders beobachtet werden sollte, ist Simon Adingra (Mónaco). Der Flügelspieler war in der Qualifikation der mit Abstand aktivste Spieler (5 Torbeteiligungen: 2 Tore, 3 Assists) und bestritt alle Partien. Nach seinem Wechsel von Brighton nach Monaco ist er weiterhin in der europäischen Spitze unterwegs. Seine Schnelligkeit, sein Dribbelstärke und seine Torinstinkt machen ihn zum gefährlichsten Spieler der Elfenbeinküste. Ob er in der Lage sein wird, die deutsche Abwehr zu überwinden, bleibt abzuwarten.

Die Elfenbeinküste reist also mit großem Selbstbewusstsein nach Deutschland. Doch die Konkurrenz ist groß und der Weg zur Sensation lang. Faés Mannschaft muss ihr gesamtes Potenzial ausschöpfen, um in dieser Gruppe zu bestehen. Die Welt wird es sehen: Mit Leidenschaft, taktischer Flexibilität und einer Prise Glück kann auch ein vermeintlicher Underdog für Überraschungen sorgen.