Schröder rudert im schatten von harden, doncic fliegt auf 60: deutschlands nba-tag der gespaltenen geschichten
Cleveland feiert Playoff-Ticket, Dennis Schröder feiert sich nicht. In Chicago sicherten die Cavaliers mit einem 115:110 die Teilnahme an den Play-in-Spielen, doch der deutsche Weltmeister blieb in 16 Minuten nur Nebenakteur: neun Punkte, keine Startplatz-Debatte. Der Grund heißt James Harden. Ohne Donovan Mitchell (Augenverletzung) und Jarrett Allen schulterte der Routinier 36 Punkte, neun Assists, sieben Rebounds – und beendete jede Diskussion darüber, wer dieses Team trägt.
Luka doncic verwandelt miami in ein schießstand
24 Stunden nach 40 Punkten gegen Houston legt der Slowene 60 drauf. 60 Punkte, neun Dreier, fives Steals – und plötzlich redet Hollywood nicht mehr über LeBron James’ 1611. Spiel, sondern darüber, dass Doncic die Lakers in eine neue Dimension schießt. Die 134:126 gegen Miami riechen nach Streifenkür: Los Angeles liegt jetzt zwei Siege vor Rang sieben, und die Statistik lügt nicht: Wenn Doncic 50-plus wirft, gewinnen die Lakers 78 Prozent ihrer Spiele.
Maximilian Kleber sitzt in der Trainerloge, seine Lendenwirbel verweigern den Dienst. Ohne ihn bleibt die Frontcourt-rotation dünn, doch die Stimmung im Kader ist euphorisch. Die nächste Chance auf die alleinige Einsrekord für LeBron folgt in der Nacht auf Sonntag (0.00 Uhr) gegen Orlando – das selbst gerade den Bach runterkommt.

Orlando verspielt karten im osten
111:130 in Charlotte, und die Magic rutschen auf 38:31. Franz Wagners Sprunggelenk fehlt weiter, Tristan da Silva bringt als Starter vier Punkte, Moritz Wagner fünf von der Bank – reicht nicht, um die Hornets auf Distanz zu halten. Charlotte bleibt als Zehner mit 36:34 im Nacken, das Playoff-Rennen im Osten wird zur Lotterie. Die Magic müssen jetzt gegen die Lakers gewinnen, sonst droht Platz neun – und ein Play-in-Krimi gegen genau jene Cavaliers, die Schröder mitreisen.
Für den deutschen EM-Helden ist die Reise also noch nicht vorbei. Er könnte schon in den Play-in-Spielen gegen Orlando treffen – mit deutlich mehr Einsatzzeit, wenn Mitchells Auge noch zwickt. Die ironie: Cleveland hat das Ticket, Schröder sucht noch seinen Platz. Die NBA schreibt eben nicht nur Rekorde, sondern auch kleine Dramen.
