Schottland bangt: wm-traum zerbricht sich fast

Die Hoffnung stirbt zuletzt – aber in Schottland keimt sie aktuell kaum. Nach dem 0:2 gegen Brasilien steht die Nationalmannschaft vor einem Kammerspiel um die Qualifikation für die K.o.-Runde der WM. Ob das Abenteuer dort überhaupt noch eine Fortsetzung findet, ist ungewiss.

Die komplizierte rechnung der tartan-armee

Die komplizierte rechnung der tartan-armee

Drei Punkte stehen für Schottland zu Buche, was als Dritter des Gruppe C nicht schlecht klingt – wäre da nicht die bittere Wahrheit: Es könnte auch schon vorbei sein. Der Schlüssel liegt in den Ergebnissen der anderen Gruppen. Bosnien und Herzegowina könnte mit vier Punkten bereits die Segel streichen lassen und Schottland in eine existenzielle Zwangslage manövrieren. Die Entscheidung fällt am Samstag, dem 27. – ein letztes Aufbäumen gegen die Fußballgötter.

Besonders schmerzhaft ist die Torbilanz von -3. Bei der Entscheidung, welche der besten Gruppendritten sich für die K.o.-Runde qualifizieren, zählt im Fall der Gleichheit die sogenannte Tordifferenz. Und hier liegt das Problem: Schottland ist aktuell die schlechteste Drittplatzierte mit drei Punkten – die siebte überhaupt. Um noch eine Chance zu haben, müssen zwei der Konkurrenten (Kabo Verde, Uruguay, Belgien, Ecuador, Senegal) ihre Position verbessern. Bereits Südafrika hat mit dem Sieg gegen Südkorea die Situation verschärft, die Koreaner liegen nun aufgrund der besseren Tordifferenz vorn.

„Ich glaube, wir werden nach Hause fahren“, gestand Trainer Steve Clarke nach der Niederlage gegen Brasilien. Die Enttäuschung war ihm ins Gesicht geschrieben. „Die Jungs haben sich völlig verausgabt, aber uns hat die nötige Qualität gefehlt. Sie sind jetzt am Boden zerstört.“ Auch Kapitän John McGinn schien die Hoffnung aufgegeben zu haben: „Wir müssen realistisch sein.“

Die schottischen Fans, die in Erwartung eines Sommermärchens angereist waren, müssen sich nun auf eine bittere Realität einstellen. Die WM-Träume könnten in der schwülen Luft eines enttäuschenden Abschlussspiels verblassen. Eine frühe Heimreise ist die wahrscheinlichste Konsequenz. Die Hoffnung auf ein Wunder bleibt – aber sie schwindet mit jeder tickenden Sekunde.