Schott mainz zerbricht an eigenen regeln: regionalliga-traum fast begraben

0:5 gegen FSV Frankfurt – die Galgenhumoristen im Bruchwegstadion murmelten vom „Pasch-Debakel“. Die Wahrheit ist brutaler: TSV Schott Mainz hat sich selbst demontiert, 90 Minuten lang und nach nur 15 guten Anfangsminuten. Wer so kollektiv den Kopf verliert, darf sich nicht wundern, wenn die Regionalliga-Saison zur Geduldsprobe wird.

Trainer Samuel Horozovic redete sich den Schaum weg, doch seine Worte blieben hängen: „Das darf kein zweites Mal passieren.“ Zu spät. Die Mannschaft zerfiel in Einzelteile, die Kommandos von Kapitän Jost Mairose wurden ignoriert, die Abstimmung zwischen Block und Angriff war ein einziges Stottern. Ein Kader, der nur aus Amateuren besteht, verträgt keine Diskussionen auf dem Platz – das weiß jeder, der schon mal in der Südwest-Staffel gespielt hat.

Meeth rechnet offen mit 95 prozent abstiegswahrscheinlichkeit

Meeth rechnet offen mit 95 prozent abstiegswahrscheinlichkeit

Sportlicher Leiter Sascha Meeth, bald Co-Trainer neben Thomas Schwarz, spricht klartext: 95 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass der Klassenerhalt ein „chancenloses Unterfangen“ bleibt. Die rote Laterne wurde zwar an den Bahlinger SC weitergereicht, doch der Rückstand auf Rang 14 – momentan das rettende Ufer – beträgt 14 Punkte. Selbst ein Sieg am Samstag gegenSC Freiburg II würde die Lücke nur auf elf schmelzen. Bei noch acht Spieltagen ist das keine Luft, sondern ein Fetzen.

Die Reaktion der Geschäftsführung: Vertragsverlängerungen en masse. Bereits zehn Spieler unterschrieben bis Mittwoch, weitere sollen folgen. Das Signal ist klar: Auch im Falle des Abstiegs will man gemeinsam zurückkommen. Doch der Landespokal wirft seinen Schatten voraus. TuS Mechtersheim wartet im Halbfinale am 17. März, ein mögliches Endspiel kitzelt die Erinnerung an die DFB-Pokal-Heldentage gegen Hannover 96, Greuther Fürth und Borussia Dortmund. Wer in der Liga nicht Gas gibt, fliegt aus dem Pokal-Kader. Horozovic stellt es unverblümt klar.

Die Saison wird zu Ende gebracht mit dem Trainer, der schon vor Weihnachten seinen Abschied angekündigt hatte. Ein merkwürdiges Konstrukt, doch Meeth will Stabilität vortäuschen, wo Chaos droht. Die Frage ist nicht mehr, ob Schott Mainz die Regionalliga verlassen muss – sondern wie viele Spieler tatsächlich bis zur Pokalparty durchhalten. Die Antwort liegt im März, wenn das letzte taktische Pflänzchen entweder erblüht oder endgültig zertrampelt wird.