Boykott-keule gegen ipc: london lässt paralympics-eröffnung sausen
Die britische Regierung schlägt zurück. 24 Stunden vor dem ersten Fahnenschwenken in Verona teilt London dem Internationalen Paralympischen Komitee eine kalte Absage: Kein Minister, kein Beamter, kein einziger Vertreter von Premierminister Keir Starmerwird bei der Eröffnungs- oder Abschlussfeier der Winterspiele erscheinen. Grund: Die IPC-Entscheidung, Russland und Belarus ihre Nationalfarben wieder aufs Podest zu erlauben.

Starmer lässt die muskeln spielen
„Wir lehnen diese Entscheidung aufs Schärfste ab“, sagt ein Regierungssprecher mit Nachdruck. Die Botschaft ist kalkuliert: Solange russische Raketen auf ukrainische Städte regnen, haben Moskau und Minsk im internationalen Sport nichts verloren. London zieht die rote Linie, ohne die diplomatische Sprechblasen-Version zu wählen. Frankreich schließt sich an, Deutschland entsendet keine Athleten, die Fahnenträger Anna-Lena Forster und Jörg Wedde müssen sich mit einer Studio-Aufzeichnung begnügen.
Im Athletenlager brodelt es. Die ukrainische Delegation führt den Boykott an, Tschechien, Estland, Finnland, Lettland, Litauen und Polen folgen. Verona wird zur leeren Kulisse: Platzkapazität auf 2 Athleten und 2 Offizielle pro Nation gedrosselt, die Tribüne bleibt halb leer. Die IPC-Führung beharrt auf ihrer Neutralität, doch die Fakten sprechen lauter: Die Paralympics drohen zu einem Schauplatz geopolitischer Verweigerung zu verkommen.
Die Zahle lautet 0 – so viele britische Minister werden am Samstag in der Arena di Verona sitzen. Die Message ist eindeutig: Wer mit Diktaturen paktiert, muss mit leeren Reihen rechnen. Die Spiele sind eröffnet, der Boykott ebenfalls.
