Schock in fellbach: azzurri verpassen erneut die wm!

Fellbach – Der Jubel blieb aus, die Hoffnung zerplatzte. Im Elfmeterschießen gegen Bosnien-Herzegowina verpasste die italienische Nationalmannschaft zum dritten Mal in Folge die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft. Was als stimmungsvolles Public Viewing in Fellbach gedacht war, endete in einem kollektiven Entsetzen und einer bitteren Erkenntnis: Italien befindet sich in einer tiefen Krise.

Ein gespenstisches gefühl

Giovanni Palmieri, Betreiber der „Bar Vany“ in Fellbach, blickte fassungslos auf das Ergebnis. „Man hatte sich so viel erhofft, man war sich eigentlich sicher, dass man es dieses Mal packt“, sagte er. „Mittlerweile ist es wirklich schon gespenstisch, dass man sagen kann, Italien ist zum dritten Mal bei einer WM nicht dabei.“ Die Atmosphäre in der Bar, die bis zum Abend ausverkauft war, kippte von Hoffnung zu Verzweiflung, als das Elfmeterschießen in eine Niederlage mündete.

Die „Generation S“, die italienische Zeitung „La Repubblica“ nannte sie so, kennt nur WM-Enttäuschungen. Giorgio (9) und Matteo (10) haben noch nie erlebt, wie Italien an einer Weltmeisterschaft teilnimmt. Ihre Erinnerungen sind geprägt von verpassten Chancen und dem Gefühl, etwas Wichtiges zu verpassen.

Die verpassten Gelegenheiten: 2010 und 2014 in der Gruppenphase, 2018 und 2022 in den Play-offs. Die FIFA-Weltrangliste spiegelt die Misere wider: Italien rangiert aktuell auf dem 13. Platz, während Bosnien und Herzegowina auf Platz 71 steht. Es ist ein Schlag ins Gesicht für eine Fußballnation mit einer so stolzen Tradition.

Die analyse der fans: angst und fehlende leidenschaft

Die analyse der fans: angst und fehlende leidenschaft

Die Fans waren sich einig: Es war nicht nur Pech, sondern auch eine Frage der Einstellung. „Wir hatten Angst, wir wollten nicht“, kommentierte Giuseppe Santoro das Ausscheiden. „Das macht dich moralisch auch kaputt: Nicht dabei zu sein bei einer WM, mit so einer großen Mannschaft.“ Nico Miceli brachte es auf den Punkt: „Wenn man so ein Elfmeterschießen verliert, dann ist das einfach nicht in Ordnung.“

Alessandro Marra forderte einen kompletten Neustart: „Da muss ein Generationenwechsel stattfinden.“ Er und viele andere sehen die Notwendigkeit, die italienische Serie A zu reformieren und eine neue Dynamik in die Nationalmannschaft zu bringen.

Obwohl die Enttäuschung groß ist, weigern sich die Fans in Fellbach, den Mut zu verlieren. Giovanni Palmieri blickt nach vorne: „Es wird trotzdem Fußball laufen, aber weniger Italien, weniger Chaos, wie man das von uns kennt, wenn Italien gewinnt, wenn wir gefeiert haben.“ Die Hoffnung stirbt zuletzt, und die Azzurri haben noch Zeit, sich für die WM 2030 neu zu qualifizieren. Aber eines ist klar: Die italienische Fußball-Nation muss sich dringend einen Weckruf geben.