Schock für lazio: göthberg-urteil setzt maßstab für schwangerschaftsschutz im fußball
Rom – Ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) hat für Erdbebenstimmung im Frauenfußball gesorgt. Lazio Rom muss seiner ehemaligen Spielerin Maja Göthberg Schadensersatz zahlen, nachdem der italienische Verein den Vertrag mit der Schwedin fristlos beendet hatte, als sie ihre Schwangerschaft bekannt gab. Ein klares Signal an alle Profivereine: Schwangerschaft darf nicht zum Karriereende führen.

Der cas-entscheidung: ein meilenstein für spielerinnenrechte
Die Entscheidung des CAS ist weitaus mehr als nur ein Einzelfall. Sie setzt einen wichtigen Maßstab für den Schutz von Spielerinnen während und nach der Schwangerschaft. Lazio versuchte, sich auf formale Aspekte zu berufen, doch das Gericht machte deutlich: Ein rechtsgültiger Arbeitsvertrag bestand bereits vor der Bekanntgabe der Schwangerschaft – und das auch ohne eine formelle Unterschrift. Die gebotene Sensibilität und der Respekt gegenüber einer Spielerin, die in einer solchen Situation offen und ehrlich kommuniziert, wurden von Lazio schlichtweg verkannt.
Die FIFPRO, die Spielergewerkschaft, sprach von einem „wegweisenden“ Urteil, das die Rechte von Spielerinnen stärkt. Die Forderung nach einem verbesserten Schutz ist längst überfällig, und dieser Fall zeigt, dass Klubs sich ihrer Verantwortung bewusst werden müssen.
Die Details: 69.333 Euro Schadensersatz
Göthberg, die in der Saison 2023/24 für Lazio in der Serie A spielte, erhält insgesamt 69.333 Euro Schadensersatz. Der Rechtsstreit hatte sich am Ende der Saison entwickelt, als es um die Verhandlungen für einen neuen Vertrag ging. Nach Darstellung der Spielerin gab es zwar Whatsapp-Nachrichten, die die wesentlichen Vertragsdetails enthielten, doch die formelle Unterzeichnung blieb aus. Die Offenlegung ihrer Schwangerschaft offenbarte dann den wahren Grund für die plötzliche Unwilligkeit Lazios, den Vertrag fortzusetzen.
Laut FIFA-Statuten müssen Klubs in solchen Fällen nachweisen, dass die Schwangerschaft nicht der Grund für die Vertragsbeendigung war – eine Hürde, die Lazio offensichtlich nicht nehmen konnte. Die FIFA hat 2024 einen verbesserten Regelkatalog für Fußballerinnen und Trainerinnen eingeführt, der unter anderem ein Minimum von 14 Wochen bezahlten Mutterschutz vorsieht – ein Schritt in die richtige Richtung, der nun durch das CAS-Urteil weiter untermauert wird.
Göthberg selbst betonte nach dem Urteil, dass es ihr nicht nur um den Fußball ging, sondern um die Frage, „fair und respektvoll behandelt zu werden, in einem wichtigen Moment meines Lebens.“ Eine Schwangerschaft solle niemals ein Hindernis für die Ausübung des Berufs sein.
Lazio reagierte verhalten auf das Urteil und verwies auf „Missverständnisse“. Allerdings kündigte der Verein an, seine internen Verfahren zu überprüfen – ein Schritt, der längst überfällig war. Die Entwicklung des Frauenfußballs erfordert mehr als nur Lippenbekenntnisse; sie benötigt eine Kultur des Respekts und der Inklusion.
