Pulisic rückt ins team zurück – doch klopp-frage bleibt offen

Der Schock ist verdaut, die Nation atmet auf. Christian Pulisic wird in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wieder im Kader der USA stehen, bestätigte der 27-Jährige in einer kleinen Medienrunde. Die Wadenprellung, die ihn beim 4:1 gegen Paraguay aus dem Auftaktspiel riß und das souveräne 2:0 gegen Australien kostete, ist Geschichte.

Pulisic selbst überrascht mit nüchterner einschätzung

„Ich glaube eher an eine starke Prellung, vielleicht eine kleine Zerrung“, sagte er und fuhr sich demonstrativ über die zuvor geschwollene Wade. „Das Gute: Es fühlt sich wieder an wie vor drei Tagen.“ Die Worte klangen weniger euphorisch als erwartet – und das macht Sinn. Denn die Entscheidung, ob der Kapitän direkt gegen die Türkei ran darf, liegt allein beim Trainerteam.

Der Gruppensieg ist längst sicher, das letzte Vorrundenspiel theoretisch Makulatur. Trotzdem warnt Pulisic vor dem Nichtangriffspakt: „Ein Sieg würde uns in der Tabelle weiter nach oben schieben und dem Team Selbstvertrauen für die K.o.-Phase geben.“ Die Rechnung ist simpel: Ein Erfolg könnte den US-Boys einen vermeintlich leichteren Gegner im Achtelfinale bescheren.

Die frage, die niemand laut stellt

Die frage, die niemand laut stellt

Doch die wahre Diskussion findet hinter verschlossenen Türen statt. Trainer Graham Potter und sein Stab müssen abwägen: Pulisic fit halten oder frisches Blut testen? Die Antwort dürfte am Ende pragmatisch ausfallen. Die Türkei gilt als abgeschlagener Gegner, die Chance, dem Superstar noch ein paar Minuten Spielpraxis zu gönnen, ist verlockend.

Pulisic selbst wirkt gelassen. „Ich bin bereit, wenn sie mich brufen“, betont er und lächelt schief. „Aber ich werde nicht die Vorfreude auf die K.o.-Runde riskieren, nur um Statistiken zu schönen.“

Am Freitag um 4:00 Uhr MESZ entscheidet sich mehr als ein bloßes Vorrundespiel. Es geht um Moral, Rhythmus und das Selbstverständnis einer Mannschaft, die sich in den letzten Monaten neu erfunden hat. Pulisic oder nicht – die USA sind längst kein Geheimtipp mehr.