Schock bei der tour de suisse: zigart stürzt schwer, pogacar kämpft

Ein dramatischer Tag für den slowenischen Radsport: Während Tadej Pogacar seine Dominanz bei der Tour de Suisse eindrucksvoll untermauerte, sorgte der schwere Sturz seiner Lebensgefährtin Urska Zigart für tiefe Besorgnis. Der Auftaktsschuss für die kommende Tour de France war somit überschattet von einem beinahe tragischen Zwischenfall.

Pogacar konzentriert sich trotz des unglücks auf das gesamtklassement

Pogacar konzentriert sich trotz des unglücks auf das gesamtklassement

Der amtierende Weltmeister, der am Mittwoch mit einem beeindruckenden Sololauf zur Führung in der Gesamtwertung vorstürmte, zeigte sich am Donnerstag in Locarno sichtlich betroffen. Nur acht Sekunden trennten ihn vom französischen Etappensieger Romain Grégoire, doch die Leistung des Slowenen war zweitrangig angesichts der Nachrichten, die ihn erreicht hatten. Ein schwerer Unfall hatte sich bei der Frauenetappe ereignet, bei der seine Verlobte, Urska Zigart, einen dramatischen Sturz erlitten hatte.

Die 29-jährige Zigart kam einen Kilometer vor dem Ziel bei hoher Geschwindigkeit auf einer unebenen Fahrbahn ins Rutschen und stürzte dabei mit dem Kopf auf den Asphalt. Die ersten Untersuchungen im Krankenhaus bestätigten einen Kieferbruch und zahlreiche Schürfwunden. Der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ließ die Ärzte weitere Untersuchungen veranlassen. Pogacar, der sich trotz der emotionalen Belastung am Rennen beteiligte, hielt sich im Verlaufe der Etappe weitgehend zurück.

Ein Zeichen von Stärke und Professionalität: Pogacar demonstrierte eine bemerkenswerte mentale Stärke, indem er sich auf sein sportliches Ziel konzentrierte. Sein Vorsprung in der Gesamtwertung beträgt nun komfortable 2:50 Minuten vor dem Tokio-Olympiasieger Richard Carapaz. Die Tour de Romandie Anfang Mai, die Pogacar ebenfalls für sich entscheiden konnte, hatte er zuvor mit einer gezielten Rennpause vorbereitet – eine Strategie, die sich offenbar auszahlt.

Die dritte Etappe der Tour de Suisse, die am Freitag über 157,4 km von und nach Bad Ragaz führt, wird mit zwei Bergwertungen zweithöchster Kategorie eine weitere Herausforderung darstellen. Dabei gilt es zu beobachten, wie Pogacar seine Führung verteidigen wird, während die Gedanken bei seiner Lebensgefährtin Zigart sein werden.

Die Faszination des Radsports wird oft von Dramen wie diesem überschattet, doch sie unterstreichen auch die Widerstandsfähigkeit und den unbändigen Willen der Athleten. Die Hoffnung ruht nun darauf, dass Urska Zigart sich von ihrem Unfall vollständig erholt und bald wieder auf zwei Rädern zu sehen sein wird – ein Versprechen für die Zukunft des Sports.