Zverev schreibt tennis-geschichte: 122. atp-500-sieg jagt den nächsten rekord
Alexander Zverev spielt, als hätte er die Roland-Garros-Trophäe noch in der Tasche. Neun Tage, neun Siege – und jetzt auch noch 122 ATP-500-Erfolge. Der 27-Jährige fegte im ostwestfälischen Halle seinen Landsmann Yannik Hanfmann mit 6:3, 7:6 (4) beiseite und rückt damit auf Rang eins der ewigen Bestenliste. Rafael Nadal? Abgehängt. Der Spanier stand bei 121. Die Zahl spricht für sich.
Ein satzball, der geschichte schreibt
Hanfmann hatte die Chance, den Zweigen Zweitaufschlag seines Kontrahenten zu bestrafen. Stattdessen landete der Return im Netz – und mit ihm jede Hoffnung auf ein drittes Set. 81 Minuten dauerte das Duell, doch der Eindruck täuscht: Zwischen den beiden Deutschen herrschte oft dicke Luft. Zverevs Vorhand longline im Tiebreak war der Moment, in dem sich die Wellen endgültig brachen.
Der Weltranglisten-Dritte trifft nun auf einen der beiden Qualifikanten Mattia Bellucci (ATP 74) oder Raphael Collignon (ATP 51). Kein leichtes Los, aber auch kein Alptraum. Die Frage ist nicht, ob Zverev ins Halbfinale einzieht – sondern, wie lange seine Siegesserie noch währt.

Gras bleibt seine letzte weiße weste
Halle war schon immer sein Wohnzimmer, nie sein Garten. Sieben Mal stand er im Viertelfinale, nie auf dem obersten Treppchen. Die rote Asche von Paris mag ihm den ersten Grand-Slam-Titel beschert haben – auf Grün fühlt sich der 1,98-Meter-Hüne noch wie ein Gast. Diesmal will er bleiben.
Die US-Boys machen ihm Konkurrenz. Ben Shelton schlug den Landsmann Ethan Quinn nach 2:18 Stunden mit 6:4, 5:7, 6:4 und baut seine eigene Siegesserie auf sechs Matches aus. Im Viertelfinale wartet nun Taylor Fritz, der in Stuttgart erst am Sonntag im Endspiel stand. Fritz zerlegte Fabian Marozsan in 67 Minuten – ein Statement.
Die Message aus Halle lautet: Wer jetzt noch zweifelt, dass Zverev auch auf Rasen ein Champion sein kann, hat die letzten Wochen verschlafen. Der Rekordjäger läuft. Und er läuft schneller als je zuvor.
