Schneechaos stoppt odermatt: super-g abgesagt, 2000-punkte-marke geplatzt

Die FIS zieht den Stecker – und Marco Odermatt muss den Champagner wieder einräumen. Der für Samstag in Courchevel geplante Super-G fällt komplett aus, weil der Schnee nicht aufhört zu fallen und die Bahn kaum noch zu erkennen ist. Der Schweizer verpasst damit seine letzte echte Chance, die Super-G-Kugel vorzeitig zu sichern – und die magische 2000-Punkte-Grenze in diesem Winter zu knacken.

Organisatoren hatten auf vorschau gesetzt – und lagen richtig

Die Jury hatte schon am Freitag die Abfahrt vorgezogen, weil die Wetter-Apps einen klassischen Arlberg-Orkan prognostizierten. Tatsächlich begann der Schnee in der Nacht zum Samstag wie verrückt zu fallen, dazu gesellte sich ein Nebel, der selbst für die heutigen Startnummern zu dicht war. Um 7:30 Uhr fiel die endgültige Absage, um 7:31 Uhr stand fest: Es bleibt bei zwei Rennen dieses Wochenende, nicht bei drei.

Stefan Rogentin darf sich trotzdem freuen. Seine Zeit von 1:34 Minuten im Freitags-Rennen bleibt unangefochten, weil kein zweiter Super-G mehr dazukommt. Für die Verfolger wird es enger: Wer noch in die Top-30 der Saisonwertung will, muss nun am Sonntag beim letzten Rennen vor dem Finale in Sölden alles auf eine Karte setzen.

Odermatt bleibt trotzdem kugel-könig – aber ohne rekord

Odermatt bleibt trotzdem kugel-könig – aber ohne rekord

Die Rechnung ist simpel: Sollte auch der Sonntag ins Wasser fallen, ist die kleine Kristallkugel trotzdem an Marco Odermatt verschenkt – der Vorsprung auf Aleksander Aamodt Kilde und Co. ist zu groß. Doch die 2000 Punkte? Fehlanzeige. Mit nur noch einem möglichen Start (Riesenslalom in Sölden) bleibt der 26-Jähriger knapp darunter. Eine Marke, die vor drei Wochen noch unvermeidlich schien, rutscht in die nächste Saison.

Die Athleten reagieren mit gemischten Gefühlen. „Wir wollten drei Rennen fahren, um noch Punkte zu sammeln. Jetzt wird es ein Poker ums Finale“, sagte ÖSV-Routinier Vincent Kriechmayr, während Norweger Lucas Braathen nur den Kopf schüttelte: „Courchevel ist eben wie ein Roulette-Tisch – nur dass der Tisch diesmal unter Schnee liegt.“

Die FIS bestätigte, dass ein Ersatztermin nicht möglich ist. Der Weltcup-Kalender ist bis zum Saisonende in drei Wochen komplett verstopft. Wer also noch Punkte braucht, muss am Sonntag liefern – oder den Sommer nutzen, um sich selbst zu erklären, warum es nicht gereicht hat.