Schlotterbeck-einsatz: rot hätte nicht gereicht – experten fordern konsequenzen
Immer noch kocht die Bundesliga. 24 Stunden nach dem Topspiel Dortmund gegen München steht ein Name im Mittelpunkt, der gar nicht mehr auf dem Platz stand: Nico Schlotterbeck. Seine Grätsche gegen Josip Stanisic in der 18. Minute blieb folgenlos – zumindest für ihn. Für die Diskussion ist sie ein Eruption.
Experten-meinung: gelb war ein geschenk
Im Sport1-Doppelpass prallten die Ansichten aufeinander. Jürgen Kohler spricht von einer „Klarem Roten Karte“, sein WM-Kollege von 1990 hält dagegen: „Zu unserer Zeit wäre Gelb vertretbar gewesen.“ Doch die Zeit habe sich geändert, gibt er zu. „Heute wird jede Grätsche mit offener Sohle am Schienbein geahndet – und das ist auch gut so.“
Stefan Effenberg warnt vor der optischen Täuschung. „Standbilder lügen“, sagt der Ex-Kapitän. „In Echt sieht man, wie Schlotterbeck den Ball zuerst berührt, dann abrutscht.“ Dennoch: „Er trifft Stanisic mit voller Wucht. Da darf es keine Kompromisse geben – Rot ist Pflicht.“
Valentina Maceri, Moderatorin und ehemalige Junioren-Bundesliga-Spielerin, schlägt den Nagel auf den Kopf: „Offene Sohle, Schienbein, keine Bremse. Wer das nur Gelb gibt, lädt zur Nachahmung ein.“

Schlotterbeck gesteht: „ich hatte glück“
Der Betroffene selbst zeigt sich erstaunlich ehrlich. „Ich rutsche ab, klar. Aber ich treffe ihn trotzdem hoch am Bein. Wenn der Schiri Rot zeigt, beschwere ich mich nicht“, sagt Schlotterbeck im Mixed-Zone-Gespräch. „Es ist sau unglücklich, weil ich eigentlich den Ball treffen wollte. Trotzdem: Ein bisschen Glück hatte ich schon.“
Diese Einsicht nützt ihm nur wenig. Die Bilder kursieren durchs Netz, die Ligenleitung prüft laut kicker-Informationen ein nachträgliches Ban. Ein Spiel Sperre? Zwei? Die Entscheidung fällt am Montag.
Die Signal der Bosse sind eindeutig: Toleranz gegenüber rüden Fouls ist Geschichte. Wer jetzt noch mit offener Sohle durch die Luft fliegt, muss mit Konsequenzen rechnen – egal, wie viele Titel der Verein auf dem Konto hat. Der nächste Schritt liegt beim DFB. Und der ist heiß.
