Schlagzeilen vor wm-auftakt: fifa untersucht fragwürdige geste

Ein Schatten liegt über dem deutschen WM-Erfolg gegen Curacao: Shaun Evans, der Video-Schiedsrichterassistent, sorgte vor dem Spiel für heftige Kontroversen. Eine Handbewegung, die in einigen Kreisen als rechtsextremes Symbol interpretiert wird, hat eine Untersuchung durch den Fußballweltverband FIFA ausgelöst – und die Debatte über Toleranz im Sport neu entfacht.

Die umstrittene geste von shaun evans

Die umstrittene geste von shaun evans

Die BBC berichtete unter Berufung auf interne Quellen, dass die FIFA eine Stellungnahme von Evans fordert. Die Szene, in der der 38-jährige Australier zusammen mit seinen Kollegen im VAR-Raum zu sehen war, sorgte sofort für Empörung. Die Art und Weise, wie Evans seine Finger formte, wurde von vielen als eindeutiger Verweis auf ein fragwürdiges Symbol gewertet. Obwohl die Geste in Teilen der Welt auch als harmloses „Okay“-Zeichen verstanden wird, ist die Brisanz im Kontext einer Weltmeisterschaft unbestreitbar.

FARE, das Antidiskriminierungsnetzwerk, sieht den Vorfall als inakzeptabel an. „Es ist unvorstellbar, dass ein weltweites Millionenpublikum mit solchen Darstellungen konfrontiert wird, während es sich auf ein Fußballspiel einstimmt“, so ein Sprecher des Netzwerks. Die Forderung ist klar: Evans sollte keine weitere Rolle bei dieser Weltmeisterschaft spielen.

Nach dem Vorfall vermieden es die Videoassistenten bei ihren folgenden Präsentationen, in die Kamera zu blicken. Ihre Namen wurden zwar eingeblendet, doch ihre Aufmerksamkeit galt ausschließlich den Monitoren – ein deutliches Zeichen der Sensibilität angesichts der Kritik. Evans steht seit 2017 auf der FIFA-Schiedsrichterliste und war bereits bei der WM 2022 in Katar im Einsatz. Sein Ruf steht nun auf dem Prüfstand.

Die FIFA hat sich bislang nicht offiziell zu der Angelegenheit geäußert. Die kommenden Tage werden zeigen, welche Konsequenzen der Vorfall für Shaun Evans und das Ansehen des Weltverbandes haben wird. Die Debatte über den Umgang mit potenziell diskriminierenden Symbolen im Sport ist damit erneut entfacht – und wirft ein kritisches Licht auf die Bemühungen um eine inklusive und tolerante Weltmeisterschaft.