Schiri-bilanz: kircher sieht positive entwicklung – aber februar-patzer nicht vergessen

Rotenburg an der Neckar – Knut Kircher, der Mann an der Spitze des DFB-Schiedsrichterteams, zieht eine gemischte Bilanz zur vergangenen Saison. Trotz einiger Turbulenzen, insbesondere im Februar, spricht er von einer „insgesamt zufriedenen“ Leistung seiner Schiedsrichter. Doch die Vergangenheit wird nicht einfach unter den Teppich gekehrt.

Var-einsatz im fokus: zählt, was zählt

Die Debatte um den Video Assistant Referee (VAR) geht weiter, doch Kircher sieht eine deutliche Tendenz zur Verbesserung. „Zwar ist die Anzahl der VAR-Eingriffe leicht gestiegen, aber das betrifft vor allem faktische Entscheidungen wie Abseitsstellungen“, erklärte der 57-Jährige. Das bedeutet: Die Schiedsrichter verlassen sich vermehrt auf die Technologie, um klare Fehlentscheidungen zu korrigieren – ohne dabei die Spielkontrolle vollständig an die Technik abzugeben. Ein Balanceakt, der offenbar besser gelingt als in den Jahren zuvor, als die Eingriffsschwelle noch deutlich höher lag.

Februar-krise: fehlentscheidungen werden aufgearbeitet

Februar-krise: fehlentscheidungen werden aufgearbeitet

Die Kritik an den Schiedsrichterleistungen Anfang Februar, insbesondere in Bezug auf die Bewertung von Zweikämpfen im Strafraum, war heftig. Kircher lässt jedoch keine Zweifel aufkommen: „Die Spieltage 20 und 21 liefen nicht optimal. Diese Fehlentscheidungen wurden aber umgehend aufgearbeitet – sowohl individuell mit den Schiedsrichtern als auch in der Gruppe.“ Hier zeigt sich, dass die Verantwortlichen sich der Probleme bewusst sind und aktiv an deren Behebung arbeiten. Es ist ein Zeichen von Transparenz und Lernbereitschaft, das in der Fußballwelt nicht immer selbstverständlich ist.

Neue gesichter in der bundesliga: burda und hempel übernehmen

Neue gesichter in der bundesliga: burda und hempel übernehmen

Mit dem Ausscheiden von Deniz Aytekin, Tobias Welz, Frank Willenborg und Patrick Ittrich stehen die Bundesliga-Schiedsrichter vor einem Umbruch. Doch Kircher ist optimistisch: „Wir sind für die kommende Saison bestens gerüstet.“ Die Neulinge Max Burda (Berlin) und Richard Hempel (Großnaudorf) werden die Herausforderung annehmen und ihre Chance nutzen, sich im deutschen Fußball zu beweisen.

Internationale anerkennung: siebert pfeift champions-league-finale

Internationale anerkennung: siebert pfeift champions-league-finale

Auch die internationalen Leistungen der deutschen Schiedsrichter waren bemerkenswert. Daniel Siebert, der das Finale der Champions League zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal leitete, erhielt dafür große Anerkennung. „Es war eine absolut finalwürdige Leistung, die auch international aufhorchen ließ“, lobte Kircher.

Felix Zwayer wurde zudem als einziger deutscher Schiedsrichter von der FIFA für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada berufen – ein Beweis für die hohe Qualität deutscher Schiedsrichter auf internationalem Niveau. Bastian Dankert wird als Video-Assistent mitwirken. Die Zukunft des deutschen Schiedsrichterwesens sieht also rosig aus, auch wenn die Vergangenheit immer wieder an die eigenen Grenzen erinnert.