Schalke verliert dzeko: sperre trifft koenigsblau hart
Edin Dzeko muss zwei Spiele pausieren – und damit verliert Schalke 04 gerade den Mann, der die Knappen in den vergangenen Wochen trug. Das DFB-Sportgericht bestätigte am Montag die Rote Karte vom Sonntag gegen Hannover 96 und sprach den Stürmer wegen „rohen Spiels“ frei durch.
Die szene: offene sohle, keine chance auf einsicht
52. Minute, 0:0, beide Teams suchen die Entscheidung. Dzeko geht in einen Zweikampf mit Husseyn Chakroun, das Beis hoch, die Sohle offen – Trefferpunkt Rippenbogen. Robin Braun zückt sofort Rot. Die Begründung: Gesundheitsgefährdung, keine Toleranz. Der VAR blieb stumm, die Bilder gaben ihm recht. Für Schalke ist das ein Schock, denn der 31-Jährige war in seinen acht Zweitliga-Einsätzen direkt an zehn Toren beteiligt (sechs Tore, vier Vorlagen).
Für Sportdirektor Youri Mulder ist das Urteil „ein Witz“. Seine Worte nach Abpfiff: „Jeder, der mal gekickt hat, weiß, dass das keine Rote Karte ist.“ Der Klub will gegen die zweispielige Sperre Einspruch einlegen – aussichtslos. Das DFB-Reglement lässt bei einer offensichtlichen Fußsohle im Oberkörper keine Spielräume.

Der zeitplan: darmstadt und karlsruhe ohne top-torjäger
Betroffen sind zwei Schlüsselspiele. Am Samstag (15:30 Uhr) geht’s nach Darmstadt, Platz zwei gegen Platz vier – ein Sechs-Punkte-Krimi im Aufstiegsrennen. Direkt nach der Länderspielpause empfangen die Koenigsblauen den Karlsruher SC. Ohne Dzeko fehlt der Garant für Biss und Abschluss. Trainer Karel Geraerts muss umstellen: Voraussichtlich rückt 19-jährige Nachwuchshoffnung Tobias Mohr in die Sturmspitze, hinter ihm soll Simon Terodde als hängende Spitze die Lücke füllen.
Die Zahlen zeigen, wie sehr Schalke auf den Neuzugang angewiesen ist. Mit Dzeko: 2,1 Tore pro Spiel. Ohne seine Vorlagen in den letzten fünf Partien hätten die Knappen statt neun nur vier Punkte geholt. Die Elf schoss ohne ihn gerade einmal zwölf Tore in 17 Partien – ein Vergleich, der weh tut.

Die psyche: droht der knick im aufstiegsrennen?
Die Stimmung im Lager ist gereizt. Nach dem 2:2 gegen Hannover verpasste Schalke die Tabellenführung, nun der Ausfall des Shootingstars. Kapitän Danny Latza versuchte zu beschwichtigen: „Wir haben Qualität im Kader, wir werden das auffangen.“ Doch intern ist man sich klar: Die Automatismen um Dzeko lassen sich nicht eins zu eins ersetzen. Die nächsten beiden Gegner haben zusammen 19 Gegentore weniger als Schalke – ein klares Warnsignal.
Der Verein reagierte umgehend und verpflichtete kurzfristig Leihe Troyes-Angreifer Mama Baldé. Eine Notlösung, die beweisen muss, dass sie mehr ist als ein Pflaster. Für Dzeko heißt es: Ein individuelles Training während der Sperre, vor allem aber mentale Schadensbegrenzung. „Ich will zurück und helfen“, ließ er über den Klub verlauten. Bis dahin müssen seine Teamkollegen zeigen, ob der Aufstieg eine Ein-Mann-Show war oder tatsächlich Teamleistung.
Die Meisterschaft bleibt offen, aber ohne Dzeko wird der Weg nach oben steiler. Und Schalke spürt: Jeder Punktverlust kann am Ende die Entscheidung bedeuten.
